Riesiger Wettskandal erschüttert Fußball:
200 Spiele betroffen - auch in Österreich

Elf Spiele der obersten zwei Spielklassen im Fokus<br>Manipulations-Verdacht besteht in neun Ländern Champions- und Europa-League auch im Zwielicht

Riesiger Wettskandal erschüttert Fußball:
200 Spiele betroffen - auch in Österreich © Bild: Reuters

Der europäische Fußball wird von einem riesigen Manipulationsskandal erschüttert. Nun wurde bekannt, dass in neun Ländern über 200 Spiele unter Verdacht stehen, manipuliert worden zu sein. 200 Personen sind verdächtigt, an den Betrügereien mitgewirkt zu haben. Europaweit wurden bisher 17 Verdächtige verhaftet. Die österreichische Polizei führte vier Hausdurchsuchungen durch, Festnahmen gab es hierzulande keine. In Österreich sind elf Spiele der ersten und zweiten Liga betroffen.

Das Landeskriminalamt Steiermark führte nach APA-Informationen auf Ansuchen der Ermittlungsbehörden in Bochum in der Steiermark drei und in Niederösterreich eine Hausdurchsuchung durch. Details über etwaige Beschlagnahmungen und involvierte Personen wurden nicht bekanntgegeben.

Ein eigenes Ermittlungsverfahren wird laut Angaben der Staatsanwaltschaft Graz nicht geführt. In Deutschland wurden 15 Personen verhaftet, in der Schweiz zwei. In Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien gab es insgesamt 50 Hausdurchsuchungen, bei denen umfangreiches belastendes Beweismaterial sichergestellt wurde.

Namen nicht veröffentlicht
Aus "ermittlungstaktischen Gründen" nannten die Ermittler in Graz und in Bochum vorerst weder Namen von Verdächtigen noch die betroffenen Spiele sowie beteiligten Vereine. Die Staatsanwaltschaft in Bochum bestätigte der APA nur, dass in Österreich elf Spiele betroffen sind.

Die österreichische Fußball-Bundesliga und Österreichs Fußball-Bund (ÖFB) wurden unterdessen von der UEFA über die möglichen Manipulationen informiert. Das gemeinsam mit dem ÖFB, dem Buchmacherverband und der Sportwetten GmbH initiierte und seit Jahren im Einsatz befindliche Frühwarnsystem habe keinerlei Auffälligkeiten ergeben, hatte die Bundesliga davor mitgeteilt. Man stehe in permanentem Kontakt mit dem Buchmacherverband und den staatlichen Lotterien, so die Bundesliga.

Unter Manipulationsverdacht stehen laut den deutschen Behörden auch drei Spiele der Champions League, zwölf Spiele der Europa League und ein Qualifikationsspiel zur U21-Europameisterschaft. Die Betrüger sollen Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle bestochen haben, um Spielausgänge zu beeinflussen. Anschließend hätten die Beschuldigten hohe Geldbeträge bei europäischen und asiatischen Wett-Anbietern gesetzt.

Neun Länder betroffen
Die Staatsanwaltschaft und Polizei in Bochum listen neun betroffene europäische Länder auf, in denen Spiele mindestens seit  Anfang 2009 Spiele beeinflusst worden sein sollen. In Österreich, Kroatien, Slowenien, der Türkei, Ungarn und Bosnien stehen Erstliga-Spiele im Fokus. Deutschland ist mit 32 Begegnungen betroffen, darunter vier aus der 2. Bundesliga. Weitere Länder ohne Erstliga-Bezug sind Belgien und die Schweiz. Die Ermittlungen liefen seit neun Monaten. In allen Fällen bestehe ein konkreter Verdacht oder sei Manipulation nachgewiesen worden.

Den bisher festgestellten Schaden bezifferte die Bochumer Polizei auf mindestens zehn Millionen Euro. Sie geht aber davon aus, dass noch mehr Partien manipuliert worden seien, was auch die Schadenssumme weiter nach oben treiben würde. Die Mitglieder der international agierenden Bande sollen Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle bestochen haben, um den Ausgang von Spielen zu manipulieren. Der Hauptvorwurf lautet auf gewerbsmäßigen Bandenbetrug. (apa/red)

Kommentare

Brutal! Es ist schon verwunderlich, das sich die buchmacher hier die Hosen ausziehen lassen - sie sind ja die eigentlichen Geschädigten! Ich denke das meine paat BWIN aktien sicher mehr wert wären wenn Schiedsrichter, Spieler etc. nicht käuflich wären und BWIN daher mehr Geld verdienen könnte. Bin gespannt ob die Börsenaufsicht bzw. die Börsenwettbüros wie BWIN hier auch Klage erheben werden - im Sinne der Aktionäre.

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