Riesiger Gewinnschub 2006: Raiffeisen International hebt Dividende auf 71 Cent

Aktionären winkt für 2006 damit deutlich mehr Bares Heuer mindestens 700 Mio. Euro Überschuss erwartet

Raiffeisen International (RI), börsenotierte Ostbankentochter der Raiffeisen Zentralbank, hatte 2006 einen von Beteiligungserlösen getriebenen riesigen Gewinnschub. Damit stieg der Nettogewinn unterm Strich um mehr als 200 Prozent. Rechnet man die Verkaufserlöse zweier Bankbeteiligungen heraus, legte der Nettogewinn noch immer um mehr als die Hälfte zu. Das war ebenfalls Rekord. Im Schnitt macht Raiffeisen zur Zeit im Osten jede Woche drei bis vier neue Bankfilialen auf.

Den Aktionären winkt für 2006 deutlich mehr Bares: Die Dividende steigt von 45 Cent auf 71 Cent je Aktie, teilte die RI am Mittwoch mit.

Der Konzernjahresüberschuss nach Fremdanteilen stieg von 382 Mio. Euro auf 1,182 Mrd. Euro, das war ein Plus um 209 Prozent. Die Bankenverkäufe herausgerechnet läge der Konzernüberschuss für 2006 bei 594 Mio. Euro, also um 55 Prozent höher als im Jahr davor. Für das laufende Jahr 2007 erwartet RI-Chef Herbert Stepic "mindestens" 700 Mio. Euro Konzernjahresüberschuss.

Der Vorsteuergewinn (Jahresüberschuss vor Steuern) ohne Einmaleffekte betrug im abgelaufenen Jahr 891 (2005: 569) Mio. Euro), während sich der Jahresüberschuss nach Steuern (ohne Einmaleffekte) auf 686 (2005: 460) Mio. Euro stellte. 2006 stieg der Gewinn je Aktie von 2,79 auf 8,29 Euro samt Einmaleffekten, und auf 4,17 Euro exklusive dieser Sondererlöse.

Die Bilanzsumme wuchs im Jahresabstand um 37,3 Prozent auf 55,87 Mrd. Euro. Als ergebnissteigernde Einmalerlöse nach Beteiligungsverkäufen wurden netto 588 Mio. Euro verbucht: Im Laufe des Jahres 2006 wurden nämlich zwei Bankbeteiligungen, eine Minderheitsbeteiligung an der Bank TuranAlem in Kasachstan (brachte 102 Mio. Euro) sowie die ehemalige Raiffeisenbank Ukraine (486 Mio. Euro) verkauft. Der Ukraine-Bankverkauf pushte vor allem die Zahlen im vierten Quartal maßgeblich.

Für Stepic war 2006 "wieder ein sehr erfolgreiches Jahr". In den letzten sechs Jahren habe sich das Ergebnis fast versechsfacht. Mit dem Kauf der russischen Impexbank Anfang 2006 habe man einen weiteren "zukunftsweisenden" Schritt gemacht. In Russland ist man heute größte internationale Bank. Die Fusion der Impexbank und der 1996 in Russland gegründeten ZAO Raiffeisenbank Austria kommt Ende 2007. Die neue Bank heißt dann auch Raiffeisenbank.

Die Marktstellung in den "Hochwachstumsmärkten" der GUS und Südosteuropas mache sich bezahlt, betont Stepic. Die beiden Regionen stellten schon rund 65 Prozent des Vorsteuergewinns. Insgesamt kommt Raiffeisen in Osteuropa auf mehr als 12 Millionen Kunden.

Die Kredite an Kunden im "RI-Reich" Osteuropa wuchsen um 41,8 Prozent auf 35 Mrd. Euro. Die Kundeneinlagen legten um 33,2 Prozent auf 33,2 Mrd. Euro zu. Das Retailsegment stellt ein knappes Drittel des Vorsteuergewinns. Die Kreditrisikovorsorgen stiegen 2006 um netto um 84,7 Prozent auf 308,9 Mio. Euro.

Die Betriebserträge legten um 52 Prozent auf 2,87 Mrd. Euro zu. Davon waren 1,76 Mrd. Euro (plus 47 Prozent) Zinsüberschuss. Der Provisionsüberschuss stieg um 53,8 Prozent auf 933,3 Mio. Euro, das Handelsergebnis um 73,1 Prozent auf 174,8 Mio. Euro. Um 45,7 Prozent auf 1,69 Mrd. Euro wuchs der Verwaltungsaufwand.

Damit wuchs das Betriebsergebnis um 62,0 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro. Die Cost/Income Ratio verbesserte sich von 61,6 Prozent auf 59,1 Prozent.

Raiffeisen International ist in 16 Märkten des Ostens tätig. 178 neue Filialen wurden 2006 dort eröffnet, so viele wie noch nie. Unter Berücksichtigung der Akquisitionen und der Verkäufe der Raiffeisenbank Ukraine stieg die Filialzahl um 405. Damit hatte das Vertriebnetzwerk der Raiffeisen International in CEE zum Ultimo 2.848 Geschäftsstellen. "Wir eröffnen drei bis vier Filialen in der Woche", so Stepic in einer Mitteilung vor der heutigen Pressekonfernez. Am Vormittag berichtet der Vorstand in Wien über weitere Pläne.

Die Mitarbeiterzahl der RI-Banken wuchs (primär durch Übernahme von Impexbank und eBanka) um 21 Prozent auf 52.732 (2005: 43.614) Leute.

(apa)