"Riesenschweinerei" BAWAG-Affäre: GPA-Vorstand Katzian teilt die Kritik Haberzettls

Von "Trümmerhaufen" ÖGB könne keine Rede sein Kritik: Gusenbauer sorgte für "verheerende Optik"

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Wolfgang Katzian, teilt die Kritik von Eisenbahner- Gewerkschaftschef Haberzettl im Zusammenhang mit der BAWAG-Affäre. Haberzettl hatte von einer "Riesenschweinerei" gesprochen, Katzian sagte in der ORF-Sendung "Offen gesagt": "Das würde ich auch so ausdrücken" und äußerte Verständnis für Wut und Enttäuschung bei den Mitgliedern.

Kritik übte der GPA-Vorsitzende auch an SPÖ-Chef Gusenbauer, der den ÖGB unmittelbar vor dem Verkaufs-Beschluss aufgefordert hatte, sich von der BAWAG zu trennen. Dadurch sei eine "verheerende Optik" entstanden: "Ich persönlich hätte es nicht so getan."

Katzian betonte auch, dass von einem "Trümmerhaufen" im ÖGB keine Rede sein könne. Es sei auch nach dem Rücktritt Fritz Verzetnitschs "nichts zusammengebrochen", zigtausende Funktionäre und Mitarbeiter würden jeden Tag gute Arbeit leisten. Es werde noch einige Zeit dauern, bis die Vorgänge in Zusammenhang mit der BAWAG-Affäre aufgeklärt sein würden, und für den ÖGB brauche es nun "Schritte der Erneuerung". Man müsse in Zukunft daran arbeiten, dass "das positive Wirken von Gewerkschaften nicht grundsätzlich in Frage gestellt" werde, so Katzian.

In Sachen Neustrukturierung des ÖGB sprach sich der Tiroler AK- Präsident Dinkhauser gegen eine Aufsplittung in Fachgewerkschaften und für einen "starken ÖGB" aus. Weiters forderte er eine "Demokratisierung" des Gewerkschaftsbundes. In die gleiche Kerbe schlug auch der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger, der für einen ÖGB plädierte, in dem "Frauen und Arbeitslose zu Wort kommen und in dem Parteipolitik hintan gestellt" werde. (apa)