Riesen-Party im French Quarter: Football- Team Saints kehrt nach New Orleans zurück

Erstes Spiel im Superdome nach Hurrikan "Katrina" Erstmals seit 1967 alle Saison-Tickets verkauft

New Orleans freut sich auf die Heimkehr seiner Football-Lieblinge. Am Montag wird in der einstigen Jazz- und Party- Metropole am Mississippi, die Ende August 2005 von Hurrikan Katrina fast völlig verwüstet wurde, so etwas wie die Wiederauferstehung der Stadt gefeiert. Der Anlass ist typisch amerikanisch: Erstmals seit der verheerenden Unwetter- und Flutkatastrophe spielt das Profi-Football-Team der New Orleans Saints wieder im Louisiana Superdome.

Das Südstaatenderby der National Football League (NFL) - die "Heiligen" empfangen die Atlanta Falcons - ist das erste Heimspiel seit Ende der Saison 2004, als ebenfalls Atlanta am 26. Dezember 26:13 bezwungen wurde. Acht Monate später starben beim Hurrikan mehr als 1.800 Menschen in der Region zwischen dem Golf von Mexiko und Mississippi, und weite Teile der 1,3-Millionen-Einwohner Metropole wurden zerstört.

Auch das Football-Team musste ins sportliche Exil. Der Superdome, der in den ersten Tagen der Katastrophe als Notunterkunft für bis zu 50.000 Menschen diente, wurde durch die Fluten so stark beschädigt, dass die mehrere Millionen Dollar teure Renovierung gerade erst abgeschlossen wurde.

In San Antonio/Texas trainierten die Saints bis zum Frühjahr. Abwechselnd im dortigen Alamodome und im College-Stadion von Louisiana State in Baton Rouge fanden in der abgelaufenen NFL-Saison die "Heimspiele" statt. Einmal mussten sie sogar ins Giants Stadium nach New York ausweichen. So war es nicht überraschend, dass das auch in den Spielzeiten zuvor nicht überragende Team 2005 nur drei seiner 16 Partien gewann.

Kurz nach der Katastrophe hatte Bürgermeister Ray Nagin an die NFL und Teambesitzer Tom Benson appelliert, die Saints müssten "als Symbol für den Lebenswillen der Stadt" zurückkehren. Benson hatte zwar schon vor Katrina mit dem Umzug gedroht, entschied sich aber zum Verbleib in New Orleans. Diese Treue wurde belohnt: Die Fans gieren geradezu nach Football. Nicht ohne Rührung konnte Benson in dieser Woche verkünden, dass die Saints erstmals seit ihrer Gründung 1967 alle Plätze (rund 72.000) für die ganze Saison verkauft haben: "Das ist fantastisch. Die Leute in New York und anderswo können kaum glauben, was die Menschen in dieser Region geschafft haben."

Sicher war es hilfreich, dass die Saints zum Saisonauftakt zwei Auswärtssiege feierten. In Spielmacher Drew Brees und dem früheren College-Star Reggie Bush hat das Team von Chefcoach Sean Payton zudem zwei neue Idole für die Fans.

Zur Heimpremiere startet im berühmten French Quarter und rund um den Superdome ein ganztägiges Party- und Feierprogramm. "Natürlich auch für alle Einwohner, die keine Eintrittskarten haben", betonte Benson. Die irischen Rock-Superstars U2 werden ebenso auftreten wie die mehrfachen Grammy-Gewinner Green Day. Zudem sind auch 150 der zigtausenden freiwilligen Katastrophenhelfer eingeladen - und George W. Bush. Der vor allem unter der afrikanisch-amerikanischen Bevölkerung unbeliebte US-Präsident, der vor 13 Monaten wegen der verspäteten und unzureichenden Hilfe für die Opfer scharf kritisiert worden war, darf den Münzwurf zur Seitenwahl ausführen.

(apa/red)