Ried - Austria von

Austria unterliegt Ried

Zwei Treffer aberkannt, einen umstrittenen Elfer kassiert: So gewinnt man nicht in Ried

Ried - Austria - Austria unterliegt Ried © Bild: GEPA/Luger

Die Wiener Austria hat die Chance auf die Tabellenspitze ausgelassen. Der Erfolgslauf der Wiener wurde nach drei Siegen in Serie in Ried gebremst. Die Austria musste sich mit 1:2 (1:1) geschlagen geben und liegt damit zwei Punkte hinter Leader Admira auf Rang zwei. Ried kehrte nach drei sieglosen Runden in die Erfolgsspur zurück. Die Tore erzielten Nacho (16.) und Anel Hadzic (69./Elfer) bzw. Zlatko Junuzovic (13.).

Die Austria gab vor der Pause spielerisch den Ton an, kam durch Junuzovic auch zur frühen Führung. Nacer Barazite hatte eine Hereingabe von Markus Suttner prallen lassen, der ÖFB-Teamspieler musste nur noch einschieben. Drei Minuten später nutzten die Rieder einen Fehler von Austria-Keeper Pascal Grünwald zum Ausgleich. Der mehrmals unsichere Nationaltorhüter agierte bei einem Corner von Marco Meilinger zu unentschlossen, blieb auf der Linie. Nacho köpfelte im Fünfer ungehindert ein.

Für die Entscheidung sorgte ein geschenkter Elfmeter von Hadzic, den Ivan Carril herausgeholt hatte. Der Spanier hakte sich an der Strafraumgrenze ausgerechnet bei Florian Mader ein und fiel theatralisch. Mader war Mitte August praktisch über Nacht von den Innviertlern zur Austria gewechselt und hatte einige verbrannte Erde hinterlassen. Der Mittelfeldspieler wurde vom Großteil der 6.000 Zuschauer nicht gerade herzlich in Ried empfangen.

Daxbacher muss auf die Tribüne
Neben dem umstrittenen Elfmeter wurden der Austria vor der Pause auch noch zwei Treffer aberkannt. Erst sah Schiedsrichter Dintar nach Junuzovic-Flanke beim Kopfball ein Foul von Alexander Gorgon an Ried-Keeper Gebauer (22.), dann pfiff er Solospitze Barazite wegen eines weiteren Gorgon-Vergehens zurück (26.). Austria-Trainer Karl Daxbacher, der Kapitän Roland Linz wie zuletzt im Schlager gegen Salzburg (3:2) erst nach der Pause brachte, echauffierte sich. 20 Minuten vor Schluss musste er sogar auf die Tribüne.

Ried-Coach Paul Gludovatz improvisierte in der Offensive verletzungsbedingt. Zu den Verletzten Stefan Lexa und Markus Hammerer gesellten sich auch Guillem mit einer Knöchelblessur und Daniel Beichler, der wegen Ischiasproblemen erst in der Schlussphase eingewechselt wurde. Daher kam Salzburg-Leihgabe Meilinger zu seinem Debüt in der Startformation und machte seine Sache auf dem linken Flügel sehr gut.

Nach Seitenwechsel legten die Rieder zu. Ein Schuss des Ex-Rapidlers Thomas Hinum berührte die Außenstange (48.). Auf der Gegenseite kamen Junuzovic (46.) und Thomas Jun (56.) einem Tor ebenfalls sehr nahe. Durch den Rückstand wirkten die Wiener aber etwas geschockt. Ein Junuzovic-Freistoß aus guter Position ging zu zentral aufs Tor (80.), weitere Ausgleichschancen blieben aus. Die Austria verpatzte damit auch ihre Generalprobe für das Europa-League-Gastspiel am Donnerstag in Alkmaar. Schon im Vorjahr hatten die Violetten in Ried kein Spiel gewonnen.

Paul Gludovatz (Ried-Trainer): "Ich war beim 0:1 nicht glücklich. Ich kann mir vorstellen, dass es Kompensationspfiffe gegeben hat. Ich brauche mich für den Sieg aber sicher nicht zu entschuldigen oder gar zu genieren. Die gute, große Austria hat in der zweiten Hälfte nur eine halbe Torchance vorgefunden. Wir sind auf zwei guten Beinen gestanden - der Defensive und unseren Standardsituationen, die immer gefährlich waren."

Anel Hadzic (Ried-Torschütze): "Die Austria war feldüberlegen, aber wir haben die besseren Torchancen gehabt. Wir haben gekämpft und waren aggressiv. Das hat am Ende den Ausschlag gegeben."

Karl Daxbacher (Austria-Trainer): "So ein Ausgang eines Spiels ist einfach unkorrekt. Der Elfmeter war ein Witz. Es war eine unglaublich schlechte Leistung des Schiedsrichters mit Fehlern auf beiden Seiten, das frustriert. Wenn das mit demselben Schiedsrichter schon zum zweiten Mal passiert, ist es noch ein bisschen ärgerlicher. Ried hat nach der Pause etwas mehr Druck gemacht, aber durch den Elfmeter hat sich auch die Ausgangslage geändert. Wir haben es danach mit wahrscheinlich untauglichen Mitteln versucht."

Zlatko Junuzovic (Austria-Torschütze): "Es war von Anfang an ziemlich ausgeglichen. Ried ist Mitte der zweiten Hälfte etwas stärker geworden, dann haben sie ein Tor geschenkt bekommen. Der Elfmeter war ein Geschenk, außerdem wurden uns zwei Tore nicht anerkannt. Wir hadern aber eher mit der eigenen Leistung."

Florian Mader (Austria-Mittelfeldspieler): "Die Entscheidungen des Referees waren nicht zu unseren Gunsten, phasenweise indiskutabel. Für den Elfmeter kann ich überhaupt nichts, der ist niemals zu geben. Wir haben in der zweiten Hälfte zu wenig getan. Mit dem Elfmeter war es schwer, das Spiel noch zu drehen. Es war kein Spiel wie jedes andere nach der schönen Zeit, die ich hier in Ried verbracht habe."

SV Josko Ried - FK Austria Wien 2:1 (1:1).
Keine Sorgen Arena, 6.000, SR Dintar.

Torfolge:
0:1 (13.) Junuzovic
1:1 (16.) Nacho
2:1 (69.) Hadzic (Elfmeter)

Ried: Gebauer - Rotpuller, Reifeltshammer, Riegler - Hinum, Hadzic, Schreiner - Nacho, Carril (79. Basala-Mazana), Meilinger (87. Beichler) - Casanova (74. Zulj)

Austria: P. Grünwald - Klein, Margreitter, Ortlechner, Suttner - A. Grünwald, Mader (74. Liendl) - Gorgon (57. Linz), Jun (81. Tadic), Junuzovic - Barazite

Gelbe Karten: Rotpuller, Hinum bzw. Klein, Jun, P. Grünwald