Ribery nerven Rufe nach Zinedine Zidane:
"Werde nicht versuchen, ihn zu kopieren"

Neuauflage des WM-Finales "wird eine Schlacht" Selbst ein Sieg gegen Italien könnte zu wenig sein

Ribery nerven Rufe nach Zinedine Zidane:
"Werde nicht versuchen, ihn zu kopieren"
© Bild: Reuters/Platiau

Nach der 1:4-Pleite gegen die Niederlande ist es in Frankreich wieder lauter geworden, das große Klagen über den Rücktritt von Zinedine Zidane. Der Spielmacher fehle der Equipe an allen Ecken und Enden, hatte die Presse geurteilt. Franck Ribery kann das alles nicht mehr hören. "Es ist auch für die Mannschaft hart, wenn dauernd über ehemalige Spieler gesprochen wird", versicherte der Bayern-Star vor dem Schicksalsspiel gegen Italien.

"Zidane war ein großer Spieler, aber er hat aufgehört. Wir spielen ohne ihn ein etwas anderes Spiel", sagte Ribery, der gegen die Niederländer selbst auf der Zidane-Position hinter Solospitze Thierry Henry aufgeboten worden war. Dabei habe er sich laut eigenen Angaben wohler gefühlt als am rechten Flügel, auf dem er beim 0:0 gegen Rumänien überhaupt nicht zur Geltung gekommen war. "In der Mitte habe ich mehr Freiheiten. Ich bekomme mehr Bälle und kann mehr Gefahr ausstrahlen", erklärte der 25-Jährige.

Zidane nicht kopieren
Mit Altmeister Zidane will sich Ribery aber dennoch nicht verglichen wissen. "Zidane war einmalig. Ich werde es sicher nicht versuchen, ihn zu kopieren." Zu unterschiedlich sind auch die beiden Spielertypen. Während Ribery von seinem Tempo, von seiner Dynamik lebt, hatte Zidane die Fähigkeit, ein Spiel als einzelner Spieler zu kontrollieren. "Wenn die Franzosen in Schwierigkeiten waren, dann war es ihre Angewohnheit, den Ball zu Zidane zu spielen", analysierte Arsene Wenger als TV-Experte.

In Schwierigkeiten ist Frankreich nach der Blamage gegen die Niederländer allemal. Selbst ein Sieg gegen Italien könnte für den Aufstieg zu wenig sein, sollte Rumänien gleichzeitig den bereits fix qualifizierten Gruppensieger Niederlande bezwingen. "Wir müssen daran glauben", betonte Ribery. Bei der WM 2006 hatte der spätere Finalist sein Schicksal nach einem 0:0 gegen die Schweiz und einem 1:1 gegen Südkorea zumindest selbst in der Hand gehabt, rettete sich ohne den gesperrten Zidane mit einem 2:0 gegen Togo ins Achtelfinale.

"Es wird eine Schlacht"
Die Neuauflage des WM-Finales von Berlin ist erneut ein Endspiel. "Es ist ein Spiel, das beide Teams gewinnen müssen", erklärte Ribery. "Es wird eine Schlacht." Die Italiener seien eine sehr kompakte Mannschaft mit gut organisierter Defensive, die in seinem Bayern-Teamkollegen Luca Toni außerdem über einen ausgezeichneten Stürmer verfüge. "Er kann jederzeit ein Tor machen", warnte Ribery vor dem 1,94-m-Hünen. "Außerdem schafft er durch seine Spielweise auch Platz für seine Mitspieler."

Doch wie Ribery hat auch Toni der EURO seinen Stempel bisher nicht nach Wunsch aufgedrückt, wartet weiterhin auf seinen ersten Turniertreffer. Beiden werden im Schicksalsspiel Schlüsselrollen zuteil. Ribery betrachtet sich mittlerweile als Führungsspieler in der Equipe, nachdem er 2006 noch der Shooting-Star gewesen war. "Jeder weiß, was ich kann. Jeder kennt meine Qualitäten", versicherte der schnelle Offensivspieler. Gegen Italien wäre es der richtige Zeitpunkt, diese unter Beweis zu stellen.

(apa/red)

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