Rezession hinkt in Österreich hinterher:
BIP-Rückgang noch glimpflich ausgefallen

Konsum und stabile Immo-Preise dämpfen Abschwung Deutschland und Eurozone stärker von Krise betroffen

Rezession hinkt in Österreich hinterher:
BIP-Rückgang noch glimpflich ausgefallen © Bild: APA/Pfarrhofer

Die österreichische Volkswirtschaft ist im vierten Quartal 2008 zum ersten Mal seit siebeneinhalb Jahren geschrumpft - der Rückgang um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal fiel aber glimpflicher aus als in der Eurozone und in Deutschland. Neben einem zeitlichen Hinterherhinken macht das Wifo eine noch relativ gute Konsumstimmung in den Privathaushalten sowie die Preisstabilität bei den Immobilien dafür verantwortlich.

Wie berichtet ist der Rückgang im vierten Quartal in der Eurozone mit 1,5 Prozent und in Deutschland mit 2,1 Prozent ja deutlich stärker ausgefallen. "Österreichische Zulieferbetriebe, die der deutschen Exportindustrie zuliefern, werden den Rückgang in Deutschland mit der Verzögerung von einigen Monaten zu spüren bekommen", sagte Wifo-Konjunkturexperte Markus Marterbauer zur APA. "Das ist auch der Grund, warum in Deutschland das BIP schon das dritte Quartal schrumpft, während es in Österreich das erste Mal war."

Immobilienpreise sind stabil
Zweitens sind im Gegensatz zu Irland und Spanien die Immobilienpreise stabil. Drittens sei die Binnennachfrage, obwohl nicht wirklich gut, deutlich besser als in den anderen europäischen Ländern, sagte Marterbauer. In Deutschland haben sich die Realeinkommen schlechter entwickelt als in Österreich. Die Sparquote ist höher. In der Alpenrepublik sind die verfügbaren Realeinkommen zwar nur leicht, aber doch gewachsen.

Neben dem Einzelhandel, der zu Jahresende 2008 zumindest nicht schrumpfte, zählt der Tourismus noch zu den Aktivposten. Dank der günstigen Witterung nahmen im November und Dezember sowohl die Zahl der Nächtigungen als auch der reale Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent zu, schreibt das Wifo. Erfahrungsgemäß wird auch im Tourismus ein Abschwung erst später wirksam.

Gute Entwicklung im Tiefbau
In der Bauwirtschaft ging zwar der Industriebau deutlich zurück, im Tiefbau entwickelt sich die Produktion aber günstig. Die gesamte Wertschöpfung lag im vierten Quartal in der Bauwirtschaft um 0,6 Prozent unter dem Vorjahr. Pro futuro sind die Bauunternehmen "zunehmend pessimistisch".

Wie bekannt, ist die Zahl der Arbeitslosen trotz der Ausweitung der Kurzarbeit seit Dezember stark angestiegen. Die Inflationsrate ist dagegen im Dezember wegen des markanten Rückgangs der Rohstoffpreise auf 1,3 Prozent gefallen. Drei Monate zuvor hatte sie noch 3,8 Prozent betragen. (apa/red)