Revolution in unserer Energieversorgung: Mini-Reaktor soll billige Energie liefern

Anschaffungspreis bei ca. 250 US-Dollar pro Haushalt Entsorgung des radioaktiven Materials noch ungeklärt

Revolution in unserer Energieversorgung: Mini-Reaktor soll billige Energie liefern © Bild: www.hyperionpowergeneration.com

Kernkraftwerke, nicht größer als ein Schuppen im Garten, sollen in wenigen Jahren ganze Kleinstädte mit Energie versorgen können. Die Miniatur-Reaktoren sind im Labor der US-Regierung in Los Alamos entwickelt worden und werden innerhalb der nächsten fünf Jahre in Massenproduktion gehen.

Das in New Mexico angesiedelte Unternehmen Hyperion hat dafür die Lizenz erhalten. "Unser Ziel ist es, auf der ganzen Welt Energie zu erzeugen, die nicht mehr als zehn Dollar-Cent pro Watt kostet", erklärt John Deal, der Geschäftsführer von Hyperion.

250 Dollar pro Haushalt
Ein einziges dieser Atomkraftwerke mit nur wenigen Metern Durchmesser kostet rund 25 Mio. US-Dollar und kann bis zu 20.000 Haushalte versorgen. "In einer Gemeinde mit 10.000 Haushalten kommt man auf den sehr leistbaren Kaufpreis von 250 Dollar pro Haushalt", meint Deal. Auch abgelegene Gegenden können auf diese Weise problemlos mit Strom versorgt werden.

Keine "Tschernobyl-Gefahr"
Der Geschäftsführer von Hyperion versichert, dass es bei den Mini-Kraftwerken keine Katastrophe vom Typ Tschernobyl geben kann, da in dem Mini-Reaktor keine beweglichen Teile eingebaut sind. Außerdem basiert die Erfindung auf einem Design, das bereits 50 Jahre alt ist und im akademischen Bereich erfolgreich eingesetzt wird.

Bedienfehler ausgeschlossen
Die Reaktoren werden versiegelt geliefert, enthalten kein atomwaffenfähiges Material und werden in Beton eingelassen und vergraben. Alle sieben bis zehn Jahre müssen sie neu befüllt werden, ansonsten sind sie wartungsfrei. Bedienfehler und jede andere Art von Unfällen werden durch dieses Design verhindert. Zur Entsorgung des radioaktiven Materials hat Hyperion allerdings noch keine Angaben gemacht. (pte/red)