Fakten von

Wie die Republikaner Donald
Trump stoppen wollen

Milliardär gewann weitere Vorwahlen - Kampf-Parteitag wird immer wahrscheinlicher

Auf Wahlkampftour mit Trump © Bild: Ricardo Herrgott

Immer wieder Donald Trump. Auch aus dem zweiten „Super Tuesday“ ging der Immobilien-Milliardär als Sieger hervor und liegt im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur weiter klar in Front. Genau darum wird das Partei-Establishment, das mit dem eigenwilligen New Yorker rein gar nichts anfangen kann, zunehmend nervös. Eine Kampfabstimmung am Nominierungs-Parteitag im Juli wird immer wahrscheinlicher.

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621 Delegierte hat Trump in den bisherigen Vorwahlen bereits hinter sich versammelt, alleine 99 davon kamen am Dienstag durch den Sieg in Florida dazu. Durch die Aufgabe Marco Rubios noch am Wahlabend hat sich auch die Zahl von Trumps Konkurrenten auf zwei reduziert: Den erzkonservativen Ted Cruz und den letzten verbliebenen Favoriten des gemäßigten Partei-Establishments, John Kasich, der sich durch einen Sieg in seinem Heimatstaat Ohio am Leben erhielt.

Zwar hat Trump insgesamt erst die Hälfte der für die Nominierung seiner Partei erforderlichen 1.237 Delegiertenstimmen erreicht, allerdings muss er nur mehr 54 Prozent der Wahlmänner in den noch ausstehenden Bundesstaaten gewinnen. Aufgrund des bisherigen Verlaufs der Vorwahlen kein utopisches Ziel.

Plan B

Für die etablierten Kreise der Republikaner ist das freilich eine Horrorvorstellung. Vor allem, weil sie Trump bei den eigentlichen Präsidentschaftswahlen im November gegen die voraussichtliche Konkurrentin Hillary Clinton keinen Stich zutrauen. Darum wird hinter den Kulissen bereits eifrig an einem Plan B gearbeitet: Einer sogenannten „brokered convention“, also einem offenen Parteitag, bei dem sich die Delegierten frei für einen Kandidaten entscheiden können und nicht an das Ergebnis der Vorwahlen gebunden sind. Aus einem solchen Szenario könnte am Ende dann doch noch ein gemäßigter Kandidat wie etwa John Kasich als Sieger hervorgehen.

Freilich wäre das beinahe eine Revolution, da eine solche „brokered convention“ die Vorwahlen ad absurdum führen würde und daher als äußerst undemokratisch gilt. Die Basis, die Trump zu großen Teilen favorisiert, würde revoltieren. „New York Times“-Kolumnist David Brooks findet freilich, die Republikaner müssten dieses Risiko eingehen. Denn es gehe mittlerweile nicht mehr nur um die Wahl 2016: „Es geht darum, den Kurs der Partei für die nächsten 50 Jahre festzulegen.“

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