Republik Österreich wird stolze 90 Jahre:
Bundespräsident lädt zu Fest in die Hofburg

Eröffnungsakt der "Republik.Ausstellung 1918|2008" Wiener Philharmoniker bringen Geburtstagsständchen

Republik Österreich wird stolze 90 Jahre:
Bundespräsident lädt zu Fest in die Hofburg © Bild: APA/Pfarrhofer

Die Republik Österreich feiert am Mittwoch ihren 90. Geburtstag. Höhepunkt ist ein Festakt in der Hofburg, der ab 11.00 Uhr live im ORF übertragen wird. Am Nachmittag wird die "Republik-Ausstellung" im Parlament eröffnet, die Besucher bis 11. April durch die turbulente Entwicklung Österreichs vom Rumpfstaat der Habsburger-Monarchie bis zur EU-Integration führt. Der Abend gehört der Musik: Mit dem "Konzert für Österreich", das heuer erstmals nicht am Nationalfeiertag stattfindet, bringen die Wiener Philharmoniker der Republik ein Geburtstagsständchen.

Den Auftakt der Feierlichkeiten macht eine Kranzniederlegung von Bundespräsident Heinz Fischer am Denkmal für Karl Renner, der sowohl bei der Gründung der Ersten Republik (als Staatskanzler) als auch der Zweiten Republik (als Bundespräsident) Pate gestanden hatte. Unter seiner Führung war unter anderem die provisorische Verfassung ausgearbeitet worden, mit der die Umwandlung des österreichischen Kaiserreichs in eine demokratische Republik vorgenommen wurde.

Um 11.00 Uhr lädt Bundespräsident Fischer die Spitzen des Staates zu einem Festakt in den Zeremoniensaal der Hofburg, bei der neben dem Staatsoberhaupt auch der Vorarlberger Landeshauptmann Herbert Sausgruber als Vertreter der Bundesländer zu Wort kommt. Die Festrede hält die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, Johanna Rachinger.

Im Anschluss sind Regierung und Parlament am Zug: Kanzler Alfred Gusenbauer nimmt um 13.00 Uhr gemeinsam mit der noch amtierenden Regierung eine Kranzniederlegung am Denkmal der Republik neben dem Parlament vor, anschließend ist eine Sondersitzung des Ministerrates geplant.

"Republik.Ausstellung 1918|2008"
Danach eröffnet Nationalratspräsidentin Barbara Prammer die "Republik.Ausstellung 1918|2008", die durch 90 Jahre Republiksgeschichte führt: Von den historischen Wurzeln der Republiksgründung am 12. November 1918 über den Justizpalastbrand 1927, die Errichtung der Dollfuß-Diktatur ab 1933 und die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 bis zum Staatsvertrag 1955 und zur Entwicklung in Richtung EU-Integration in der Nachkriegszeit. Besichtigt werden kann die Ausstellung allerdings nur im Rahmen von Parlaments-Führungen.

Für den musikalischen Abschluss sorgen am Abend die Wiener Philharmoniker. Unter der Leitung von Daniel Harding spielen sie die Symphonie Nr. 2 in C-Dur von Robert Schumann sowie die Symphonie Nr. 7 in C-Dur von Jean Sibelius.

Genau genommen feiert die Republik ihren Geburtstag freilich um zwei Wochen zu spät: Beschlossen wurde die Abschaffung der Monarchie nämlich bereits am 30. Oktober 1918, vier Tage vor der Kapitulation der k. u. k. Armee im Ersten Weltkrieg. Offiziell unterzeichnete der letzte Kaiser Karl I. allerdings erst am 11. November seinen Amtsverzicht - tags darauf wurde offiziell die Republik ausgerufen. Von besonderem Selbstvertrauen getragen war die Staatsgründung freilich nicht: 1918 traten noch alle Parteien den Anschluss an Deutschland ein. Diese Pläne wurden erst auf Druck der Siegermächte des Ersten Weltkriegs aufgegeben.
(apa/red)