Reptilien von

Nur in der Natur daheim

Reptilien - Nur in der Natur daheim © Bild: News/Ian Ehm

Sie brauchen Sonne, Sumpf und Hitze. Die freie, wilde Natur ist ihr Zuhause. Dort fühlen sich Krokodile, Riesenschlangen und Reptilien aller Arten am wohlsten. Dennoch ist die Haltung hornhäutiger Wirbeltiere auch in österreichischen Haushalten keine Rarität.

In einem Haus in Oberpullendorf wurden im November ein Brillenkaiman, eine Riesenschlange und zwei kleinere Schlangen tot aufgefunden. Sie waren erfroren und verhungert. Der Halter wurde wegen Tierquälerei zu zehn Monaten Haft verurteilt. Der Fall liefert Grund zur Debatte: Sollen Reptilien in Wohnungen und Häusern gehalten werden?

© iStockphoto.com/Patrick Gijsbers Brillenkaiman: Sein Zuhause ist der Sumpf

"Auf keinen Fall. Denn Reptilien sind exotische Wildtiere und als Heimtiere nicht geeignet", sagt Martina Pluda vom Tierschutzverein Vier Pfoten. Anderer Meinung ist Anton Weissenbacher, Kurator für Reptilien und Fische im Tiergarten Schönbrunn: "Es ist besser, Reptilien zu halten als Hunde, Katzen oder Pferde, denn Reptilien brauchen keine sozialen Kontakte. Ihr Lebensraum lässt sich gut planen. Das aber ist sehr aufwendig und kostspielig." Robert Riener, Zoologe beim Haus des Meeres in Wien, präzisiert diese Bedenken: "Reptilien sind sehr stoisch. Sie sind auch in der Natur sehr genügsam. Aber dennoch haben sie Ansprüche, die viele Halter nicht erfüllen können: Man muss ihren Lebensraum artgerecht gestalten, aber wer kann das tatsächlich? Vielleicht jene, die sich auch eine Garage für ihren Ferrari bauen lassen." Ausreichend Raum und Temperaturen, die dem natürlichen Ambiente der Tiere entsprechen, sind nicht das Einzige, worauf man achten muss.

Denn die Haltung von Reptilien birgt auch Gefahren, die nur allzu leicht unterschätzt werden. Vom Schrecken über entwichene Schlangen, die in Parks und auf Spielplätzen gefunden werden, einmal abgesehen: Diese Tiere sind auch Überträger von Infektionskrankheiten, denn sie sind von Natur aus Träger diverser Parasiten. Auch bei hoher Achtsamkeit ist die Ansteckungsgefahr hoch.

Pluda sieht noch ein Problem: Viele Halter füttern ihre Kriechtiere mit lebenden Mäusen, Ratten oder gar Kaninchen. Sinnlose Tierquälerei sei das, sind sich Weissenbacher und Riener einig. Tote Beute werde von Terrarienbewohnern ebenso angenommen, wenn man sie spielerisch anbietet.

Wahre Freunde von Krokodilen und Kriechwesen sollten überlegen, was sie sich und den Tieren zumuten wollen.

www.zoovienna.at,
haus-des-meeres.at,
vier-pfoten.at

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