"Reporter ohne Grenzen" schlägt Alarm:
2006 weltweit 81 Medienvertreter getötet

Meisten kamen bei Einsatz im Irak ums Leben 871 im Vorjahr inhaftiert. Kritik an Russland & China

"Reporter ohne Grenzen" schlägt Alarm:
2006 weltweit 81 Medienvertreter getötet

Die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" schlägt Alarm: Allein im Jänner wurden weltweit zehn Medienvertreter getötet. 2006 starben insgesamt 81 Journalisten bei ihrer Arbeit. 39 Berichterstatter und 26 ihrer Mitarbeiter kamen allein im Irak ums Leben. Mehr Journalisten wurden zuletzt 1994 in Ruanda, während des Bürgerkrieges in Algerien oder der Balkan-Kriege getötet.

871 Journalisten mussten im vergangenen Jahr wegen ihrer Arbeit ins Gefängnis. Die meisten in China mit 32, gefolgt von Kuba und Äthiopien mit 24 und 21 Inhaftierungen.

Jenseits der Zahlen zeichne sich ein "Mangel an Interesse und zuweilen auch ein Versagen demokratischer Staaten" ab, uneingeschränkt für Presse- und Meinungsfreiheit einzutreten, lautet das Fazit der Organisation. Als Beispiel nennt sie die Krise um die Mohammed-Karikaturen. Damals sei die Staatengemeinschaft bedrohten oder verhafteten Journalisten kaum zur Seite gesprungen. "Als fürchte Europa einen Kampf mit arabischen und islamischen Regimes, hat es jeden Wunsch, sich Gehör zu verschaffen, unterdrückt."

In Syrien, Ägypten, Saudi-Arabien, Tunesien oder Libyen seien restriktive Pressegesetze und Zensur an der Tagesordnung. Auch in Osteuropa - vor allem in Russland und Weißrussland - und Zentralasien sowie Afrika habe sich die Lage verschärft. Übergriffe gab es auch Lateinamerika, vor allem in Mexiko, wo 2006 neun Journalisten ermordet wurden.

Aber auch in den Ländern der Europäischen Union und in den USA gibt es laut der Organisation immer wieder Einschränkungen. So werde mit dem Argument des Anti-Terror-Kampfs immer häufiger der Schutz von Informanten untergraben. Österreich ist in dem Bericht keine eigene Passage gewidmet. (apa/red)