Rennen um Präsidenten geht los: Parteien starten mit Spekulationen über Kandidaten

ÖVP: Erste Stimmen für Erwin Pröll werden laut FPÖ will auf jeden Fall einen Kandidaten aufstellen

Rennen um Präsidenten geht los: Parteien starten mit Spekulationen über Kandidaten © Bild: APA/Pfarrhofer

Die Forderung des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll nach einem ÖVP-Kandidaten für die Präsidentenwahl 2010 hat eine veritable innerparteiliche Debatte ausgelöst. Während Seniorenbundchef Andreas Khol und Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer vor einer Kandidatur gegen Amtsinhaber Heinz Fischer warnten, stellte sich der steirische VP-Obmann Hermann Schützenhöfer hinter Pröll. Dessen Neffe und Parteichef Josef Pröll mahnte indessen zur Zurückhaltung. Auf jeden Fall einen Kandidaten gegen Fischer ins Rennen schicken möchte die FPÖ. Grüne und BZÖ überlegen noch.

Bundespräsident Heinz Fischer will erst im Herbst entscheiden, ob er im April 2010 für eine zweite Amtszeit kandidiert. Trotzdem ist innerhalb der ÖVP schon jetzt eine offene Debatte darüber ausgebrochen, ob die Partei einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken sollte. Den Anfang machte Landeshauptmann Pröll: Einen Tag, nachdem sich "Krone"-Herausgeber Hans Dichand für den starken Mann der ÖVP an der Staatsspitze und für dessen Neffen Josef Pröll als Kanzler ausgesprochen hatte, forderte der Landeshauptmann einen schwarzen Präsidentschaftskandidaten - und wurde gleich von der steirischen ÖVP als solcher vorgeschlagen.

Mit Pröll "die größten Chancen"
Der steirische VP-Chef Schützenhöfer plädierte für Pröll als einzig möglichen Präsidentschaftskandidaten. "Ich kenne keine Persönlichkeit in der Republik, die mit einer solchen Reputation ausgestattet ist, wie Erwin Pröll. Mit ihm hätten wir sicher die größten Chancen", sagte er im ORF-Radio. Dass die ÖVP auch im Fall der Wiederkandidatur Fischers einen Kandidaten ins Rennen schicken sollte, bezeichnete Schützenhöfer als "Frage der Selbstachtung".

Josef Pröll mahnt zur Zurückhaltung
Parteichef Josef Pröll mahnte seine Partei indessen, sich bei den Debatte um Bundespräsident und EU-Kommissar "ganz nobel zurückzunehmen". "Wir haben Zeit und wir haben Ruhe, weil wir genug Kandidaten haben", und werde darüber im Herbst entscheiden, so der Parteichef beim ÖAAB-Bundestag. Zuvor hatten Oberösterreichs Landeshauptmann Pühringer und Seniorenbund-Obmann Andreas Khol die ÖVP mehr oder weniger deutlich vor einer Kandidatur gegen Amtsinhaber Fischer gewarnt. "Hier sind die Chancen realistisch gesehen sehr begrenzt", meinte Pühringer.

FPÖ will Kandidaten aufstellen
Zumindest bei der FPÖ ist eine Vorentscheidung gefallen: Generalsekretär Harald Vilimsky kündigte an, einen eigenen Kandidaten aufzustellen und einen "Kandidaten der SPÖ" verhindern zu wollen, wie er mit Blick auf den früheren SP-Vize Fischer sagte. Parteichef Heinz-Christian Strache schickte in der Tageszeitung "Österreich" nach, man werde einen "ehemaligen Vizekanzler oder Nationalratspräsidenten" nominieren. Namen nannte er keine, ins Profil passen würden aber Ex-Vizekanzler Norbert Steger, der für die FPÖ im ORF-Stiftungsrat sitzt, aber auch die früheren dritten Nationalratspräsidenten Wilhelm Brauneder und Gerulf Stix.

Grüne liebäugeln mit Kandidatur
Ebenfalls mit einem eigenen Präsidentschaftskandidaten liebäugeln die Grünen. "Wir sind natürlich in der Diskussion, weil das eine interessante Wahl für uns ist", sagte Bundesgeschäftsführerin Michaela Sburny. Ex-Parteichef Alexander Van der Bellen wäre demnach ein möglicher Kandidat. Entschieden werde allerdings erst im Herbst.

BZÖ denkt noch an Abschaffung
Das BZÖ überlegt dagegen noch, ob es einen "überparteilichen Kandidaten" unterstützen oder das Amt des Bundespräsidenten gleich abschaffen möchte. Die Kompetenzen des Staatsoberhaupts wären aus Sicht von Generalsekretär Stefan Petzner nämlich auch beim Bundeskanzler gut aufgehoben.

Haider drängt Fischer zur Wiederkandidatur
Oberösterreichs SP-Chef Erich Haider appellierte angesichts der Debatte neuerlich an Bundespräsident Fischer, seine Wiederkandidatur sobald wie möglich bekanntzugeben. Dadurch würde man sich monatelange Diskussionen ersparen. Fischer mache seine Aufgabe "hervorragend über Parteigrenzen hinweg" und sorge für einen großen gesellschaftlichen Zusammenhalt in Zeiten der Krise, so Haider.

(apa/red)

Kommentare

ÖVP und Dichand! Na dann wird die Familie Pröll und der Herr Dichand nun
ganz geil auf das Amt sein, weil dann hat man viel Macht!
Die Krone wird dadurch auch nicht besser und mit einem
Pröll als Kandidaten würde das Amt des Bundespräsidenten
für mich unglaubwürdig werden, denn wie soll jemand ein
Land regieren, der auf die Vorzugsstimmen der Wähler
pfeift?

Meine Meinung!

Das ist richtig! Jawohl. so muss es sein. Die Beurteilung von Fischer stimmt auch ganz genau!!

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