Fahrtest von

Expresssendung aus Frankreich

Fahrtest - Expresssendung aus Frankreich © Bild: Renault Communications

Der Mégane R.S. Trophy ist der erste Renault mit 300 PS. Wie die sonst so brave Familienkutsche mit den Pferdestärken fertig wird, zeigt der Test.

Renault kennt man vor allem von seinen Kleinwagen wie dem Clio oder den Familienkutschen wie dem Scénic. Allerdings schlägt das Herz der französischen Automarke auch für den Motorsport - man denke nur an das Formel-1-Team oder die verschiedenen Cup-Formeln. Oder eben an den Mégane R.S. und hier speziell an die um 20 auf nunmehr 300 PS geschärfte Trophy-Version. Kein Wunder also, dass die Werbebotschaft für den strammen Flitzer "Entdecke den Rennfahrer in dir" lautet. Was wir allerdings tunlichst unterlassen haben.

© Renault Communications

Natürlich wäre es äußerst reizvoll, den Trophy mit seinem größeren Turbolader (als für den "normalen", 280 PS starken R.S.) mitsamt seinem Cup-Fahrwerk (Stabis um zehn, Federn um 30 und Dämpfer um 25 Prozent steifer als im zivilen) auf der Nürburgring-Nordschleife oder zumindest am Red-Bull-Ring zu erfahren. Ging aber leider nicht, und so stecken wir mit dem muskelbepackten Mégane gleich zu Beginn unserer Testfahrt auf der Wiener Südosttangente (wo sonst?) im Stau. Das bringt zumindest die Erkenntnis, dass der 1,8-Liter-Turbomotor im Unterschied zu uns nicht sauer wird und auch nicht heiß läuft. Allerdings zeigt sich auch, dass selbst beim Überfahren kleinerer Fahrbahnunebenheiten der Trophy seine volle Härte ausspielt. Und die ist dauerpräsent, aber man gewöhnt sich schnell daran und weiß sie, ein wenig später im Kurvengeschlängel, durchaus zu schätzen.

Während wir so dahinzuckeln, bleibt Zeit, den Mégane R.S. ein wenig zu scannen. Die Karosserie steht ein wenig strammer als in der Familienkutschen-Version da, ist allerdings nur um sechs Zentimeter breiter, hat einen Schriftzug am Frontspoiler, den man allerdings nicht lesen kann, und vier Türen. Von wegen keine Familienkutsche. Auch innen gibt sich der R.S. unauffällig: Die Sitze sind jedoch stärker ausgeformt, das Lenkrad griffiger und die Pedale im Alu-Look. Also alles eigentlich ganz brav.

© Renault Communications

Der Stau hat sich inzwischen aufgelöst, wir sind gemütlich von der Stadtautobahn abgefahren und drücken den Knopf mit dem Stern darauf, und plötzlich ist alles anders. Denn wir befinden uns im Sport-Modus, und da geht alles schneller und härter. Die Vorderräder scheuern kurz, aber heftig, das Doppelkupplungsgetriebe schaltet (noch immer nicht brutal) rasend schnell, und der Motor spricht auf jeden Tupfer noch aufgeweckter an. Allerdings wird der Motor - old-school-mäßig - erst bei 3.000 Touren so richtig munter und muss auch nicht bis zum Abregeln ausgedreht werden. Sauschnell ist man sowieso fast immer. Und Kurven sind dank der Hinterachslenkung ebenfalls ideales Trophy-Terrain. Da lässt der R.S. Trophy nach einigen Anläufen sein Heck raushängen, und so hast du kurzfristig doch den Rennfahrer in dir entdeckt

Renault Mégane R.S. Trophy

Preis: € 43.590,-
Motor: 4 Zylinder, Turbobenziner, 1.798 ccm
Leistung: 300 PS (220 kW)
Spitze: 255 km/h
0-100: 5,7 Sek.
Verbrauch: 9,9 l/100 km
Emission: 236 g CO2/km
Fazit: Natürlich ist der Mégane Trophy ein Wilder, aber kein ungehobelter Typ. Die Karosserie, vom Diffusor im Heck abgesehen, ist normal, der Sound sportlich, aber nicht prollig. Warum Fliegen auf das Sirius-Gelb so fliegen, ist uns ein Rätsel