Renault kommt mit blauem Auge davon:
FIA fällt mildes Urteil in "Crashgate"-Affäre

Für 2 Jahre auf Bewährung aus WM ausgeschlossen Flavio Briatore vom Weltverband lebenslang gesperrt

Renault kommt mit blauem Auge davon:
FIA fällt mildes Urteil in "Crashgate"-Affäre © Bild: Reuters

Gnade für Renault im Skandal rund um den absichtlichen Unfall von Nelson Piquet jr. in Singapur 2008. Der Motorsport-Weltrat der FIA schloss den französischen Rennstall für zwei Jahre aus der WM-Aus - auf Bewährung. Härter traf das Urteil den mutmaßlichen Drahtzieher. Der ehemalige Renault-Teamchef Flavio Briatore wurde lebenslang gesperrt.

Briatore darf damit in Zukunft auch nicht mehr als Manager von Formel-1-Fahrern tätig sein. Der 59-jährige Italiener hatte zuletzt unter anderem Renaults Doppel-Weltmeister Fernando Alonso unter Vertrag gehabt. Ausgerechnet diesem hatte Piquet durch den Unfall und die folgende Safety-Car-Phase 2008 in Singapur den ersten Saisonsieg ermöglicht. Renault hat die Vorwürfe von Piquet, auf Teamanweisung gehandelt zu haben, zuletzt nicht mehr zurückgewiesen.

"Das Renault F1-Team hat gestanden, dass es mit seinem Fahrer Nelson Piquet jr. ein Komplott geschmiedet hatte, beim Grand Prix von Singapur 2008 einen absichtlichen Unfall herbeizuführen", hieß es in einer FIA-Stellungnahme nach der 90-minütigen Anhörung in Paris. Das sei ein schwerer Bruch des internationalen Sporting Codes. Bei einem weiteren Vergehen innerhalb der bis Ende 2011 laufenden Bewährungsfrist droht der sofortige WM-Ausschluss.

Briatore und Symonds mussten gehen
Das Urteil mutet milde an. Bei härteren Sanktionen wäre der Weltverband allerdings Gefahr gelaufen, dass sich der französische Autobauer völlig aus der Königsklasse zurückzieht. Von Briatore und dessen Chefingenieur Pat Symonds hatte sich Renault bereits in der Vorwoche getrennt. Das Duo war als Drahtzieher hinter der Verschwörung vermutet worden. Symonds wurde von der FIA für fünf Jahre für sämtliche Tätigkeiten in der Formel 1 gesperrt.

Piquet hatte die Affäre nach seiner Entlassung bei Renault Ende Juli ins Rollen gebracht. Weil sich der Brasilianer der FIA als Kronzeuge zur Verfügung gestellt hatte, kam er straffrei davon. Auch Alonso, der ebenfalls in Paris zur Aussage vorgeladen war, blieb ungeschoren. Die Sportrichter waren zu der Ansicht gekommen, dass der spanische Superstar "in keiner Weise" in das Komplott involviert gewesen war, das sein Team in Singapur geschmiedet hatte.

Die FIA wies auf die Schwere des Vergehens hin. "Renaults Verstöße haben nicht nur die Integrität des Sports kompromittiert, sondern auch die Leben von Zuschauern, Offiziellen, anderen Rennfahrern und Nelson Piquet jr. selbst gefährdet", hieß es in der Urteilsbegründung. Die Franzosen akzeptierten die Strafe umgehend. "Wir entschuldigen uns vorbehaltlos bei der Formel-1-Welt für dieses unzumutbare Verhalten", lautete ein Renault-Statement.

Mosley: Renault bleibt in der Formel 1
Die Franzosen, die am Place de la Concorde von ihrem Motorsport-Direktor Bernard Rey vertreten worden waren, kündigten für die kommenden Tage weitere Informationen an. Laut FIA-Präsident Max Mosley werde Renault der Formel 1 nach dem vergleichsweise milden Urteil erhalten bleiben. Rey wollte dazu vorerst keine Stellungnahme abgeben. Nach der Trennung von Briatore und Symonds muss aber unter anderem die Teamführung neu besetzt werden.

Briatore ist der große Verlierer der Affäre. Der Italiener hatte Piquet im Vorjahr offenbar angestiftet, in Singapur nach 13 Runden in Kurve 17 in die Mauer zu fahren. Eine Safety-Car-Phase war dadurch zwingend notwendig, von der vor allem Alonso profitierte. Briatore hatte Piquet, den er auch selbst gemanagt hatte, unter anderem damit unter Druck gesetzt, dass dieser zum damaligen Zeitpunkt noch keinen Fahrervertrag für 2009 besessen hatte.

(apa/red)

Kommentare

Was für eine Frage? Wer "Doping" betreibt der wird ausgeschlossen, weil es
nicht nur um Betrug, sondern auch unsportliches Verhalten
geht, also was muss man da noch überlegen?

Renault "muss" Strafe zahlen und "darf" sich aus der
Formel 1 verabschieden!

Alles andere wäre eine Verarschung der Fans und des
Sports!


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