Rekordstrafen nach Admira-Eklat: Faraji vom Bundesliga-Strafsenat für 20 Spiele gesperrt!

Zwangspausen auch für Bule, Saglik und Aigner PLUS: Die BILDER der Übergriffe in der Südstadt!

Das Verfahren gegen Mehdi Pashazadeh (Admira) wurde wegen Mangels an Beweisen eingestellt. Wacker-Tirol-Spieler Hannes Aigner wurde für zwei Spiele gesperrt. "Wir werden gegen die Sperren auf jeden Fall Protest einlegen, das sind Urteile, die so nicht hinzunehmen sind", erklärte Admira-Sprecher Alexander Friedl. Die Protestfrist beträgt drei Tage.

Als "in höchstem Maße gesundheitsgefährdend" stufte der Strafsenat Farajis Attacke am Wacker-Spieler Andreas Hölzl ein. Der Iraner, der nicht im Kader gewesen war und dem Match nur in Zivil beiwohnte, hatte den Tiroler nach dem Spiel mit einer Kung-Fu-Einlage am Ellbogen verletzt. 20 Spiele Sperre sind in der Geschichte der Österreichischen Bundesliga erst einmal verhängt worden: Vienna-Spieler Fritz Hiess war im Oktober 1976 nach einem Faustschlag für ein Jahr aus dem Verkehr gezogen worden, später wurde die Sperre auf 20 Spiele reduziert.

Erschwerend wurde von der Bundesliga gewertet, dass Faraji, der zuletzt nur mehr im Dress der Admira-Amateure zu sehen war, den Zugang zum Spielfeld mittels Spielerakkreditierung erwirkt und den Tirol-Spieler als "Zuschauer" und damit "ohne eine direkte emotionale Beteiligung" attackiert hatte.

Neben Faraji wird auch Stürmer Nino Bule, der beim 1:1 den Führungstreffer der Südstädter erzielt hatte, die Meisterschaft nur mehr von der Tribüne aus verfolgen. Der Kroate, der sich in TV-Bildern als Faustkämpfer gegen die Tiroler Aigner und Ferdinand Feldhofer entpuppt hatte, wurde mit einer Sperre von neun Spielen belegt. Immerhin noch drei Spiele wurde Mahir Saglik gesperrt. Er kann somit frühestens in der letzten Bundesliga-Runde gegen Red Bull Salzburg wieder im Admira-Dress einlaufen.

Aus Mangel an Beweisen ohne Sperre blieb hingegen ein weiterer Admira-Akteur. TV-Bilder zeigten Mehdi Pashazadeh zwar, wie dieser Tirol-Torhüter Pavlovic am Dress hielt, ein direktes Fehlverhalten wurde daraus aber nicht festgestellt.

Tirols Aigner, der sich vor dem Senat geständig zeigte, kam hingegen glimpflich davon. Der Stürmer fasste seine Zwei-Spiele-Sperre wegen Tätlichkeit aus. Mildernd war, dass sich der Stürmer nur einmal in den Raufhandel eingemischt hatte - als er einen Mannschaftskollegen verteidigen wollte.

Wacker Tirol wird gegen die über Hannes Aigner verhängte Sperre keinen Protest einlegen. "Der Verein entschied dies nach Rücksprache mit dem Spieler. Die zwei Spiele Sperre sind die Mindeststrafe für Tätlichkeit", hieß es seitens der Tiroler.

Exemplarisch hohe Strafen
"Wir waren gezwungen, auf Grund der für den österreichischen Fußball einzigartigen Vorfälle exemplarisch hohe Strafen auszusprechen. Im Anschluss an dieses Spiel haben viele Personen gänzlich auf Vorbildwirkung gegenüber der Öffentlichkeit sowie ihrem Respekt und der Verantwortung gegenüber der Gesundheit anderer Profi-Fußballer vergessen", meinte Dr. Manfred Luczensky, Vorsitzende des Bundesliga-Strafsenats, in einer Stellungnahme nach den Urteilen. (apa/red)