Rekordstrafe bei Pfadfinder-Missbrauch:
Opfer bekommt 18,5 Mio. $ zugesprochen

USA: In den 80ern fünf Mal von Betreuer missbraucht Opfer ist laut den Anwälten noch immer traumatisiert

Rekordstrafe bei Pfadfinder-Missbrauch:
Opfer bekommt 18,5 Mio. $ zugesprochen

Wegen des Missbrauchs eines Pfadfinderbuben durch einen Betreuer hat ein US-Gericht die nationale Pfadfinderorganisation zu einem Schadenersatz in Rekordhöhe verurteilt. Die Geschworenen in Portland im US-Staat Oregon entschieden, dass die Boy Scouts of America dem Opfer 18,5 Millionen Dollar zahlen müssen.

Wie die Tageszeitung "The Oregonian" auf ihrer Website berichtete, wurde der heute 38 Jahre alte Kerry Lewis in den 80er Jahren nach eigenen Angaben fünf Mal von einem Betreuer missbraucht - beim ersten Mal war er elf Jahre alt. Lewis sagte vor Gericht aus, die Erfahrung habe ihn in die Drogenabhängigkeit getrieben und ihn quasi beziehungsunfähig gemacht. Lewis, der laut seinen Anwälten bis heute traumatisiert ist, soll eines der zahlreichen Opfer des bereits dreimal wegen Kindesmissbrauchs verurteilten, heute 53-jährigen Timur D. sein.

Mit der Rekordsumme soll die jahrelange Politik des Wegschauens und Vertuschens von Missbrauchsfällen bei den Boy Scouts of America bestraft werden. Die Organisation wurde bereits mehrfach wegen des Missbrauchs von Schutzbefohlenen angeklagt, in den meisten Fällen einigten sich Kläger und Boy Scouts aber außergerichtlich. Erstmals seit 20 Jahren wurden nun für den Prozess bisher unter Verschluss gehaltene Akten der Pfadfinderorganisation geöffnet, in denen Fälle sexuellen Missbrauchs dokumentiert sind.

(apa/red)