Rekordsieger Maier ist nur Außenseiter:
Will in Sölden Top-15 Ergebnisse erreichen

Konzentriert sich vor allem auf Abfahrt und Super-G Ist erste Bewährungsprobe für das neue Skimaterial

Rekordsieger Maier ist nur Außenseiter:
Will in Sölden Top-15 Ergebnisse erreichen

Mit seinen Siegen in den Jahren 1998, 2000 und 2005 ist Hermann Maier der erfolgreichste Sölden-Starter der Weltcup-Geschichte. Am Sonntag, bei der zehnten Auflage des Gletscher-Riesentorlaufs, ist der Salzburger aber nur krasser Außenseiter.

Nach seinem Ski-Wechsel von Atomic zu Head setzt der 34-Jährige voll auf die Speed-Disziplinen. "Mein Hauptaugenmerk gilt ganz klar der Abfahrt und dem Super G. Den Riesentorlauf nehme ich so im Vorbeigehen mit."

Keine spezifische Vorbereitung
Das wirkte sich natürlich auch in der Vorbereitung auf Sölden aus. "Ich habe mich nicht langwierig und großartig auf Sölden vorbereitet. Vor einer Woche habe ich mit dem Riesentorlauf-Training begonnen. Ein paar Tage, das war's", skizzierte Maier. Ein Startverzicht fürs erste Heimrennen der Saison kam für den "Herminator" aber nie in Frage, schließlich ist Maier nach dem Sieg 2005 und der witterungsbedingten Absage 2006 in Sölden sogar Titelverteidiger.

An einen neuerlichen Sieg verschwendet Maier aber keinen Gedanken. "Das wäre ein Wunder. Ich wünsche mir einfach eine gute Leistung und ein gutes Ergebnis", so Maier, der dies für Sölden folgendermaßen definierte: "Ich wäre mit einem Ergebnis zufrieden, das besser als meine Weltranglisten-Platzierung ist." Derzeit liegt der Riesentorlauf-Olympiasieger 1998, Riesentorlauf-Weltmeister 2005 und Sieger von 14 Weltcup-Riesentorläufen auf Platz 17 der Weltrangliste, ein Top-15-Ergebnis würde Maier also bereits vollauf zufriedenstellen.

Viel Arbeit mit neuem Material
Sölden stellt für Maier auch eine "Probe" für das neue Material dar. Der Flachauer fährt ja erstmals nicht mehr Atomic- sondern Head-Skier. So wie Bode Miller, Didier Cuche oder Marco Büchel. Bei der Schuhwahl hat sich Maier für Lange statt Head entschieden. "Es läuft schon halbwegs gut, aber es wartet noch sehr viel Arbeit auf uns", meinte der Salzburger über das Feilen an der Material-Feinabstimmung. "Es hängt auch viel von den Verhältnissen ab." So richtig los geht die Saison für Maier natürlich erst in Übersee, Ende November warten in Lake Louise die erste Abfahrt und der erste Super G.

Vor allem in den Speed-Bereichen haben Konkurrenten und Trainer das Stehaufmännchen aus Flachau voll auf der Rechnung. Wie z. B. ÖSV-Herrenchef Toni Giger. "Es hat schon einige Situationen gegeben, in denen die Leute gemeint haben, den kann man vergessen. Dann wiederzukommen und wieder zu triumphieren, das zeichnet den Hermann aus. Und das reizt ihn auch ganz besonders", so Giger, der auch den Materialwechsel für einen zusätzlichen Ansporn hält. "Durch den Wechsel hat er viel neue Motivation ins Training gebracht."

Die vergangene Saison war für Maier'sche Verhältnisse enttäuschend verlaufen. Maier war im Weltcup ohne Sieg geblieben, auch die WM in Aare verließ der vierfache Gesamt-Weltcup-Sieger mit leeren Händen.
(apa/red)