Rekordinteresse an Bürgermeisterwahl: Acht Kandidaten in Hauptstadt Klagenfurt

In Villach sich hingegen sechs Anwärter am Start Zwei Kommunalchefs ganz ohne Gegner im Rennen

Rekordinteresse an Bürgermeisterwahl: Acht Kandidaten in Hauptstadt Klagenfurt © Bild: APA/Fesl

Während der Gemeindebund allerorten über Mangel an Bürgermeisterkandidaten klagt, bietet sich in den zwei größten Kärntner Städten ein völlig anderes Bild. In Klagenfurt bewerben sich rekordverdächtige acht Personen um das Amt des Stadtchefs, in Villach sind es immerhin sechs. Zwei Kommunalchefs sind schon vor dem Urnengang am 1. März in ihren Ämtern bestätigt: Sonya Feinig (S) in Feistritz/Rosental und Johann Oberlerchner (S) in Trebesing haben keine Gegner. Das liegt allerdings weniger an mangelnden Bewerbern als an der offensichtlichen Aussichtslosigkeit einer Gegenkandidatur.

Die Wahlen der Gemeindeparlamente und Bürgermeister stehen ein wenig im Schatten der zeitgleich abgehaltenen Landtagswahl. In den großen Städten versuchen das die Kandidaten durch unzählige Plakate auszugleichen. Am schlimmsten ist es in Klagenfurt, wo zwar alle ein Lichten des Plakatdschungels versprachen; doch die Ständer scheinen wie die Schwammerln zu sein, sie wachsen offenbar über Nacht nach. Und so kann man vor lauter Gesichtern von Politikern und solchen, die es werden möchten, keinen Laternenpfahl mehr ausmachen.

70 von 132 Bürgermeister rot
70 von 132 Bürgermeistern stellt die SPÖ. Dazu eroberte sie 2003 1.145 der insgesamt 2.552 Gemeinderäte (46,3 Prozent). Zweite Kraft in den Kommunen ist die ÖVP, sie stellt 26 Kommunalchefs und holte sich 628 Mandate (23,5 Prozent). Die FPÖ holte sich vor sechs Jahren 21 Bürgermeister, sie sind allesamt inzwischen orange. Auch die große Mehrheit der 507 Gemeinderäte (19,1 Prozent) wechselte ins BZÖ, vor dem jetzigen Urnengang gab es hier aber einige Farbwechsel. So wurden etliche BZÖ-Mandatare in Villach wieder blau, ebenso in St. Jakob im Rosental. Und in Poggersdorf gingen dem BZÖ gleich 50 Prozent ihres Mandatsstandes verloren: Einer der beiden Gemeinderäte trat der SPÖ bei und kandidiert jetzt bei den Roten. Auch in Keutschach hat ein BZÖ-Mandatar zur SPÖ gewechselt.

Bis auf die Landeshauptstadt sind alle Bezirksstädte fest in der Hand der SPÖ, allzu viel dürfte sich auch diesmal nicht daran ändern. In Klagenfurt werden dem amtierenden Stadtchef Harald Scheucher (V) gute Chancen zugebilligt, eine dritte Amtszeit anhängen zu dürfen. Seine SPÖ-Konkurrentin Maria-Luise Mathiaschitz liegt bei den Umfragen schlecht, sie muss sich mit BZÖ-Frontmann Christian Scheider um den Einzug in die voraussichtlich notwendige Stichwahl matchen. Die SPÖ, beim letzten Mal mit 36,7 Prozent deutlich vorne, liegt momentan ebenfalls weit unter diesem Wert. Bestätigt sich dieser Trend, werden sich die Roten in der Landeshauptstadt wohl wieder einmal auf die Suche nach einem neuen Parteichef machen müssen.

(apa/red)