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Wen juckt's? Reizthema Haut

Was sensible Haut wirklich braucht, damit sie wieder ins Gleichgewicht kommt

Haut © Bild: iStockphoto

Trockenheit, Risse und Rötungen: Empfindliche Haut macht viele Probleme. Mit der richtigen Pflege kommt sie wieder ins Gleichgewicht.

Nur die wenigsten können von sich behaupten, ihre Haut hätte kaum Pflege nötig. Besonders in Übergangszeiten, in trockenen Klimazonen oder nach dem Sommer ist unser größtes Organ besonders empfindlich. Mehr als die Hälfte aller Frauen und Männer sind mit trockenen Stellen, Pickelchen, Juckreiz, Brennen, Spannungsgefühl und Rötungen bestens vertraut.

Meist lautet die Diagnose: sensible, leicht gereizte Haut. "Trockene und empfindliche Haut kann von vielen Faktoren abhängen, darunter Umwelteinflüsse, der Hormonhaushalt bei Frauen, sonnenbedingte Schäden und noch vieles mehr", sagt die Dermatologin Charlotte Grillitsch von der Wiener Privatklinik Kiprov. Abgesehen von Menschen, die mit allergiebedingter Problemhaut zu kämpfen haben, ist empfindliche, gerötete Haut aber in den meisten Fällen kein anhaltender Zustand. Treffen kann es dafür jede und jeden: Solange die oberste Hautschicht unbeschädigt und gut durchfeuchtet ist, wirkt sie wie eine Barriere; von außen eindringende Schadstoffe haben keine Chance. Normalerweise neutralisiert ein Säureschutzmantel Bakterien und fiese Umwelteinflüsse.

Gleichzeitig wartet die Hornschicht mit einem fast undurchdringlichen Bollwerk aus Zellen, Wasser und Lipiden auf und hält damit die Feuchtigkeit in der Haut. Wird einer dieser Abwehrmechanismen jedoch verletzt, gerät die Haut aus dem Gleichgewicht, und Hautirritationen wie Rötungen, trockene Stellen oder sogar Risse kommen zum Vorschein.

Was sensible Haut wirklich braucht

"Ganz wichtig ist, der Haut möglichst wenig von ihrer natürlichen Schutzschicht, dem Hydrolipidmantel, wegzunehmen", sagt Grillitsch. Sensible Haut braucht besonders behutsame Fürsorge. Grundsätzlich sollte sie mit so wenigen Stoffen wie nur möglich in Berührung gebracht werden.

Bei der Reinigung und Pflege der beanspruchten Haut müssen die Pflegeprodukte unbedingt mild und rückfettend sein, herkömmliche Peelings und alkoholhaltiges Gesichtswasser trocknen die Haut aus. Auch seifenhaltige Produkte sind ungeeignet, weil sie den Säureschutzmantel der Haut angreifen. Spannt die Haut nach fünf Minuten wieder, verwendet man die falsche Pflege. Ein guter Hinweis ist die Bezeichnung "hyperallergen" auf der Verpackung. Die so gekennzeichneten Produkte sind weitgehend frei von Alkohol, umstrittenen Konservierungsmitteln, Duftund Farbstoffen sowie dem Wirkstoffträger PEG. Diese Produkte eignen sich sowohl für von Allergien belastete als auch für leicht gereizte und trockene Haut.

Produkte nicht zu oft wechseln

Eine zu gut gemeinte Pflege oder der Einsatz von immer neuen Produkten beeinträchtigen empfindliche Haut zusätzlich. "Viele reinigen ihre trockene Haut entweder zu intensiv oder verwenden die falschen Produkte", sagt Dermatologin Grillitsch. Ganz wichtig sei daher, auszuprobieren, welches Produkt die Haut gut verträgt. Jene Produkte, auf welche die Haut positiv reagiere, solle man dann auch möglichst lange verwenden.

Auf Experimente sollte man weitgehend verzichten und stattdessen auf eine möglichst natürliche Pflege für empfindliche Haut setzen. Tipp: Neue Produkte rund zwei Wochen lang in der Ellenbogenbeuge ausprobieren. Dort ist die Haut besonders zart, weswegen sich unerwünschte Hautreaktionen sehr schnell zeigen, im Vergleich zu Gesicht und Dekolleté aber relativ wenig auffallen.

Vorsicht vor Hausmitteln

Ein altes Hausmittel, auf das viele unserer Großmütter schwören, erhält von Hautärzten kein gutes Zeugnis: Melkfett und reine Vaseline wirken bei sensibler Haut leider kontraproduktiv. Aufgrund des hohen Fettgehaltes scheinen diese Substanzen gerade bei sehr trockener, mit kleinen Rissen versehener Haut zwar schnell Abhilfe leisten zu können, da die Haut ja viel Feuchtigkeit braucht. Doch das täuscht: Solche Cremen auf Paraffinbasis verschließen die Poren und mindern die Wärmeabgabe, was unangenehme Rötungen eher begünstigt.

Besser, man gönnt der Haut eine entspannende Tasse Tee. Kühle Umschläge mit Schwarztee wirken beruhigend auf die Haut. Außerdem können sie dazu beitragen, das Hautbild zu verfeinern.

Heilende Pflanzen

Zusätzlich sind Hafer, Aloe Vera und Co. natürliche Helferlein, die empfindlicher Haut geben können, was sie braucht. Eine Übersicht:

  • Hafer: Das Getreide mit viel Vitamin B stillt Juckreiz und wirkt beruhigend auf gereizte und sensible Haut.
  • Sheabutter: Sensible Haut profitiert vor allem von den in der Sheabutter enthaltenen entzündungshemmenden Stoffen.
  • Nachtkerze: Das Öl enthält ungesättigte Fettsäuren wie Linol-und Gamma-Linolensäure, die Entzündungen hemmen.
  • Jojoba: Das Öl der Samen des Jojobastrauchs verspricht Erholung für die Hautbarriere und glättet das Hautbild.
  • Aloe vera: Die Blätter enthalten Vitamine, Mineralien, Aminosäuren und Enzyme, die die Haut regenerieren.
  • Kamille: Die darin enthaltenen ätherischen Öle Matricin und Bisabolol machen die Haut geschmeidig.

Kommentare

Julia Dueckelmann

hypOallergen, nicht hypERallergen ... siehe Gemoll, Stowasser

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