So reist die Jugend

Hauptsache der Urlaub macht bei Facebook, Twitter und Co. was her! Die Trends.

von Reisetrends - So reist die Jugend © Bild: Corbis

Was junge Leute für ihre Ferien planen, hat mit der Erholungsreise klassischer Prägung meist nichts mehr zu tun. Macht die Generation Internet die Reiseindustrie schon bald überflüssig? Nein, meinen Zukunftsforscher. Aber die Veranstalter müssen sich verändern. Dann könnten sie sogar profitieren. Denn Reisen habe die Riesenchance, ein Statussymbol zu werden, sagt Christian Melchers vom Markforschungsinstitut Zweieinheit in Berlin.

Pauschalreisen sind out
Melchers hat im Auftrag von TUI eine Studie über die neue Art des Reisens der 16 bis 35-Jährigen erstellt und ist dabei auch der Frage nachgegangen, welche Rolle soziale Netzwerke im Internet dabei spielen. Die klassischen Ferien am Mittelmeer, pauschal gebucht zum Abhängen am Strand sind out. Selten werde von der Generation Internet noch eine Pauschalreise gebucht, die dann allenfalls mit Burnout oder etwas ähnlichem gerechtfertigt werde, sagt der Trendforscher.

Individuell Reisen mit größtmöglicher Absicherung
Die jungen Leute wollten so viel wie möglich selbst gestalten und arrangieren - zugleich aber möglichst auch eine "Gelingensgarantie". Da werde bei Twitter und Facebook geplant, diskutiert und Bilder eingestellt - wenn es aber an die konkrete Buchung gehe, treffe man sich nicht mehr online, sondern mit echten Freunden am Küchentisch. "Wenn es ernst wird, holt man sich gerne Rückversicherung bei jemandem, der sich auskennt - wie zum Beispiel auch im Reisebüro", sagt Melchers.

Abenteuer ohne Risiko
Möglichst viel Abenteuer und möglichst wenig Risiko sei die Devise. Dabei dürfe man den Trend zur Selbstdarstellung in den sozialen Medien nicht vergessen. "Man möchte gern als Weltenbummler und Kosmopolit gelten, der sich in der globalisierten Welt auskennt", sagt Melchers. Reisen seien da ein gutes Mittel, sich auf Facebook oder Twitter ins rechte Licht zu setzen. Urlaub als standardisiertes "Fertiggericht" - das sei das Image, gegen das die Veranstalter mit aller Macht angehen müssten. Und die sozialen Medien böten ihnen Gelegenheit, sich unaufdringlich in Planungen einzubringen.