Reisegruppe im Jemen offenbar enführt: Neun Ausländer von Rebellen verschleppt?

Unter den Vermissten insgesamt sieben Deutsche Auch Engländer und Südkoreanerin in der Gruppe

Reisegruppe im Jemen offenbar enführt: Neun Ausländer von Rebellen verschleppt?

Im Norden des Jemen sind nach offiziellen Angaben neun Ausländer, darunter sieben Deutsche, entführt worden. Sie seien von schiitischen Rebellen verschleppt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Sanaa mit. Bei den beiden anderen Entführten handelt es sich demnach um einen britischen Ingenieur und eine südkoreanische Lehrerin.

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte lediglich, dass sieben Deutsche im Jemen vermisst werden, ob es sich um eine Entführung handle, könne man nicht mit Sicherheit sagen. Ein Krisenstab sei eingerichtet, die Botschaft stehe mit den jemenitischen Behörden in Kontakt.

Vermisste Personen
Bei den Verschwundenen handle es sich um einen deutschen Arzt, dessen Frau und fünf Kinder sowie einen Briten und dessen offenbar südkoreanische Frau, verlautete aus Kreisen der Stämme in der Region. Allerdings identifizierten verschiedene Medien die Personen unterschiedlich. Auch die Gewährsleute der Stammesführer hatten nach eigenen Worten keine Hinweise auf den Verbleib der Gruppe. Vielleicht habe sie einen Unfall gehabt oder einfach die Orientierung verloren.

Wie das jemenitische Innenministerium mitteilte, wurden die Ausländer bei einem Picknick in der Provinz Sada von Rebellen verschleppt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Saba arbeiteten die Erwachsenen in einem Krankenhaus in Sada.

Die Mehrheit der Bevölkerung im Jemen gehört den Sunniten an. In Sada kam es 2004 zu einem Aufstand schiitischer Rebellen. Bei Kämpfen wurden dort seitdem tausende Menschen getötet. Im vergangenen Jahr wurde ein Waffenstillstand vereinbart, der aber als brüchig gilt.

Ausländer wurden in der Vergangenheit im Jemen immer wieder von militanten Stämmen entführt, die Lösegeld erpressen oder Zugeständnisse von der Regierung erreichen wollten. (apa/red)