Reise + Impfen von

Impfindlich teuer

Schlechte Beratung und unnötige Impfungen: Wo Sie gut beraten sind und wo nicht

Reise + Impfen - Impfindlich teuer

Als wären Fernreisen nicht bereits teuer genug, kommen im Vorfeld auch noch teure Impfstoffe gegen Krankheiten hinzu. Welche wirklich notwendig sind, erfahren Sie in reisemedizinischen Zentren. Einer Studie des VKI (Verein für Konsumenteninformation) zufolge, sind Sie in den meisten österreichischen Instituten allerdings alles andere als bestens beraten. Wir verraten Ihnen, wo Sie in guten Händen sind und wo nicht.

Die schockierenden Ergebnisse zeigen: Teilweise werden notwendige Impfungen in den 19 getesteten Instituten erst gar nicht empfohlen und in einigen Fällen kommt es sogar zu Überempfehlungen, die sich nicht nur empfindlich auf Ihr Reiseportemonnaie, sondern auch auf Ihren Organismus auswirken können. Seit dem letzten Test im Jahr 2005 hat sich in Sachen Beratungsqualität und Kosten kaum etwas zum Besseren verändert.

Impfkosten für Thailandreise zwischen 200 und 1.148 Euro
Die getesteten Einrichtungen wurden mit jeweils zwei als unterschiedlich riskant eingestuften Szenarien konfrontiert. Bei der "Niedrig-Risiko-Reise" zum Beispiel, begibt sich eine Mutter mit ihrem 5-jährigen Sohn auf einen zweiwöchigen Cluburlaub nach Koh Samui (Thailand). In den Zentren, die eine optimale Prophylaxe für die geplante Reise anboten, bewegten sich die Kosten zwischen 200 und 280 Euro. Im Wiener Impfzentrum Nord wurden zusätzlich sechs Impfungen empfohlen, die nicht nötig gewesen wären, was mit insgesamt 1.148 Euro zu Buche schlug. Das Wiener Institut für Reise- und Tropenmedizin riet über das normale Impfprogramm hinaus zu vier nicht unbedingt nötigen Impfungen. Hier wären 764 Euro fällig geworden.

Die besten Institute
Gut beraten sind Sie beim Testsieger Traveldoc in Wien, gefolgt vom "Zentrum für Reisemedizin" in Niederösterreich. Bei allen anderen Zentren offenbarten sich mehr oder weniger große Lücken.

So erkennen Sie eine gute Beratung
Ob Sie in guten Händen sind erkennen Sie u.a. daran, ob neben Informationen zur Reise (Ziel, Dauer, Reisezeit und -art wie Cluburlaub oder Rucksackreise) auch Angaben zur Person (Alter,
vorliegende Erkrankungen, persönliches Schutzbedürfnis, Reiseerfahrung und Impfstatus) abgefragt werden. Ein zusätzlicher Bonus wären auch Tipps zu wichtigen Hygienemaßnahmen im Alltag oder zur Selbstbehandlung (etwa von Durchfallerkrankungen) sowie eine Erstellung einer Reiseapotheke.

Getestet wurden auf Reisemedizin spezialisierte private Institutionen, die als offizielle Gelbfieberimpfstellen anerkannt sind sowie je Bundesland zumindest eine amtliche oder universitäre Stelle. Details zum Test gibt es auf www.konsument.at sowie in der
Dezemberausgabe des Testmagazins KONSUMENT.