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Gerold Rudles Delfin-Tagebuch, Tag 5

Der Kabarettist erzählt uns eine Woche lang von unvergesslichen Begegnungen

Reise-Blog - Gerold Rudles Delfin-Tagebuch, Tag 5 © Bild: www.shiftingvalues.com

Lesen Sie live mit, wenn der österreichische Schauspieler und Kabarettist Gerold Rudle in Griechenland an einer Delfin-Forschungsreise teilnimmt. In seinem täglichen Blog berichtet der 52-Jährige von seinen Begegnungen mit den Meeressäugern, für die wohl jeder ein Herz hat. Heute in Teil 5: Babydelfine.

Ich spüre einen leichten Muskelkater, bedingt durch die täglichen Ausfahrten am Schlauchboot. Auch beginne ich langsam, Farbe zu gewinnen. Sich eincremen und eine Kappe aufsetzen, ist hier am Meer wirklich "Pflicht".

Heute sehen wir Delfine erst nach zwei Stunden, dafür aber gleich 14 Tiere. Eines davon ist ein Neugeborenes. Joan unterscheidet zwischen "Jugendlichen", "Calfs" und "Newborns". Das Baby, das sich uns zeigt, ist keine 14 Tage alt. Joan zeigt uns genau die Merkmale, anhand derer man das erkennt (Babys haben Streifen an den Seiten, weil sie in der Fötusstellung seitlich zusammengekringelt liegen).

Gerold Rudles Delfintagebuch für News
© Gerold Rudle Mutter mit Neugeborenem
© www.shiftingvalues.com Delfinschwarm

Während ich die Tiere beobachte, kommen mir Tränen der Rührung. Delfine sind so ruhige, seelenvolle Wesen. ich kann den Moment kaum beschreiben, in dem ein Delfin am Boot vorbei schwimmt und dich anschaut(!). Dieser Blick geht bis ins Herz.

Plötzlich werden die Delfine aktiv, schwimmen schneller und scheinen ein Ziel zu haben. Joan muss ordentlich Gas geben um mit der Gruppe mit zu halten. Er ruft: "Sardines!" und gleich darauf sehen wir, was er meint: Die Delfine haben einen Schwarm Sardinen aufgebracht und versuchen, sich den Bauch voll zu schlagen. Joan sagt: "People, jetzt vergönne ich euch etwas" und stellt den Motor ab. Diese 10 Minuten werde ich in meinem Leben nicht mehr vergessen.

Mitten in der Sardinenjagd

Das Meer beginnt zu brodeln. Rund um uns sehen wir springende, flüchtende Sardinen. Die Delfine drehen sich mit dem Bauch nach oben um mit ihren Seitenflossen die Beute an die Oberfläche zu drängen. Andere Delfine schnappen Sardinen direkt vor unseren Augen. Möwen fliegen herbei und gehen ebenfalls auf die Jagd. Ich sehe eine Sardine, die verzweifelt an der Oberfläche springt, ein dunkler Schatten taucht auf und der Delfin schnappt nach ihr, aber eine Möwe ist schneller. Obwohl es eigentlich still ist, ist es zugleich unglaublich laut. Das Schreien der Möwen, das aufgeregte Atmen der Delfine (man hört jeden einzelnen Atemzug), das Platschen der Wellen und der jagenden Delfine am Wasser - danke Joan, dass du uns diesen Moment vergönnt hast.

Alleine wegen dieses Erlebnisses hat sich die Reise hier her ausgezahlt. Dass wir dann beim Nachhausefahren auch noch springende Delfine sehen, ist mehr als eine Draufgabe.

Abends bin ich dran mit kochen (hier kocht jeden Tag ein anderes Teammitglied, - auch die Wissenschafter sind da nicht ausgeschlossen) und ich verpatze eine Eierspeise - und zwar so richtig. Es riecht angebrannt im ganzen Haus und es schmeckt niemandem. Aber die Stimmung ist großartig. Joan erzählt uns von anderen Kochkatastrophen, die er in den letzten zwanzig Jahren erleben musste und wir lachen viel. Dann erinnern wir uns gemeinsam an die "feeding group", die wir heute beobachten durften. Schwer beeindruckt, aber hungrig gehen wir zu Bett.

Gerold Rudle Delfin-Tagebuch
© Gerold Rudle Rudle kocht - Stimmung ist dementsprechend
Gerold Rudles Delfin-Tagebuch
© Gerold Rudle Gerold Rudle vor der Delfin-Forschungssation

Weiterführende Links:
Auch Sie können bei einer Delfin- und Walforschungsreise dabei sein. Generelle Infos finden Sie hier. Und auf dieser Seite stehen Daten und Preise. Walforschungskurse können hier gebucht werden.

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