Leben von

Gerold Rudles
Delfin-Tagebuch, Tag 3

Der Kabarettist erzählt uns eine Woche lang von unvergesslichen Begegnungen

Gerold Rudle Delfin-Tagebuch © Bild: Gerold Rudle

Lesen Sie live mit, wenn der österreichische Schauspieler und Kabarettist Gerold Rudle in Griechenland an einer Delfinforschungsreise teilnimmt. In seinem täglichen Blog berichtet der 52-Jährige von seinen Begegnungen mit den Meeressäugern, für die wohl jeder ein Herz hat. Heute in Teil 3: Erste Delfin-Sichtung!

Der erste Tag. Die Spannung steigt. Werden wir heute schon Delfine sehen?

Die Teamleitung besteht aus Joan Gonzalvo, dem katalanischen Direktor dieses Projekts, und Candy aus Puerto Rico, seiner Assistentin. Wir Volunteers sind zu dritt: Joanna aus Schottland, lebt aber seit vielen Jahren in Österreich, James aus England und ich. Das Team besteht aus Alt und Jung aber es hat eines gemeinsam: Das Interesse und die Liebe zu den Delfinen.

Gerold Rudle Delfin-Tagebuch
© Gerold Rudle Candy (links), Joanna, James und Gerold

Bereits um 8 Uhr sind wir auf See. Wir fahren mit einem Festrumpfschlauchboot, angetrieben von einem 100 PS Außenborder. Da ist Kondition gefragt, denn man sitzt am am Schlauch und wird ordentlich durchgeschüttelt.

Nach wenigen Minuten (!) ertönt das erste Mal DER Ruf: "Out, 9 o'clock, 200 meters". Sie sind da. Eine Gruppe von drei Delfinen lässt sich von unserer Anwesenheit nicht stören. Für uns Volunteers bedeutet das, die Konzentration einzuschalten. Wir nehmen die Formulare und die Stoppuhren. Wie lange tauchen die Delfine? Wie oft in der Minute holen sie Luft? Gibt es Seevögel in der Nähe? Sehen wir noch andere Delfine in der Entfernung und kommen diese näher? Viele Fragen, die wir alle 5 Minuten so genau als möglich zu beantworten versuchen.

© www.shiftingvalues.com Foto-ID

Währenddessen hat Joan eine Kamera mit sehr großem Objektiv zur Hand genommen und fotografiert die Delfine. Warum er das macht, erfahren wir am Nachmittag. Außerdem versucht Joan immer wieder unsere Arbeit zu verbessern. Seine Anweisungen sind geprägt von dem Streben nach Präzision und weisen daher öfter Mal einen Mangel an Höflichkeit auf.

Gerold Rudle Delfin-Tagebuch
© Gerold Rudle Arbeitsplatz

Zu Mittag sitzen wir alle in einem Kaffee am Hafen. Viel muss geredet werden. Jeder erzählt, was er gesehen hat und wir alle sind glücklich, gleich am ersten Tag Delfine gesehen haben zu dürfen. (Wir werden noch draufkommen, dass man hier in Vonitsa, am Ambrakischen Golf , so gut wie jeden Tag diese wunderbaren Tiere zu Gesicht bekommt.)

Gerold Rudle Delfin-Tagebuch
© Gerold Rudle Schlafplatz

Nach einem leichten Mittagessen, bekommen wir unsere erste "lesson". Joan erklärt uns, dass er die Fotos macht, weil man anhand derer die Delfine erkennen kann. Man nennt das die Foto Identification (Foto-ID). Im Ambrakischen Golf gibt es ca. 150 Delfine die hier "sesshaft" sind, den Golf also nicht verlassen. Joan kennt sie alle. Die Rückenflossen von Delfinen sind alle unterschiedlich und für Wissenschafter so einzigartig, wie Fingerabdrücke. Er zeigt uns Merkmale und auch wir sehen deutlich die Unterschiede. Ich bin fasziniert von wissenschaftlicher Arbeit und das das passiert, hätte ich nie gedacht. Natürlich haben die Delfine alle eine eigene Nummer, aber Joan (und ich weiß aus Erfahrung, das machen alle Delfinforscher) gibt ihnen auch Namen, wie "Max", "Beauty" oder auch "The asthmatic one". (Letzerer pfeift etwas, wenn er Luft holt.)

Gerold Rudles Delfintagebuch für News
© Gerold Rudle Georld macht Foto-ID
Gerold Rudles Delfintagebuch für News
© Gerold Rudle Foto-ID

Weiterführende Links:
Auch Sie können bei einer Delfin- und Walforschungsreise dabei sein. Generelle Infos finden Sie hier. Und auf dieser Seite stehen Daten und Preise. Walforschungskurse können hier gebucht werden.

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