Rein englisches Duell im Halbfinale der CL:
Liverpool erwartet heißen Tanz vs. Chelsea

Bisherige CL-Halbfinalpartien gingen an die "Reds" Österreichischer Schiri Plautz leitet englisches Duell

Rein englisches Duell im Halbfinale der CL:
Liverpool erwartet heißen Tanz vs. Chelsea © Bild: Reuters/Noble

Ein Halbfinale in der Fußball-Champions-League gegen Liverpool ist zum Schrecken von Chelsea geworden. Zweimal sind die beiden englischen Clubs seit 2005 in der Vorschlussrunde des europäischen Königsbewerbs aufeinander getroffen - und zweimal hat sich Liverpool durchgesetzt. Heute (20.45 Uhr) startet Chelsea unter Leitung des Tiroler Schiedsrichters Konrad Plautz mit dem Auswärtsspiel an der Anfield Road den dritten Versuch.

Auch die Millionen des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch haben Chelsea international noch nicht den großen Erfolg gebracht. Die Londoner standen noch nie im Finale von Meistercup bzw. Champions Leauge. Nicht zuletzt wegen Liverpool. 2005 erzielte Luis Garcia im Rückspiel den einzigen Treffer des Halbfinal-Duells, der Liverpool ins Finale führte, in dem die Engländer nach einem denkwürdigen Endspiel gegen Milan (4:3 im Elfmeterschießen nach 0:3-Pausenrückstand) den Titel holten. Im Mai 2007 entschieden die "Reds" jeweils nach 1:0-Heimsiegen das Elfmeterschießen klar mit 4:1 für sich.

Statistik spricht für Liverpool
Diesmal muss Liverpool, seit sieben CL-Spielen ungeschlagen, im Heimspiel vorlegen. Eine Statistik spricht wieder klar für Liverpool: Der achtfache Meistercup bzw. Champions-League-Sieger war siebenmal in Folge im Halbfinale erfolgreich, lediglich 1965 scheiterte er im Meistercup-Halbfinale an Inter.

Trainer setzen auf Psycho-Spielchen
Vor der dritten Auflage setzen beide Trainer auf psychologische Spielchen. Liverpool-Coach Rafael Benitez stellte sogar den Einfluss seines Kollegen infrage. "Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Chelsea vom letzten und von diesem Jahr, abgesehen von den Pressekonferenzen", stichelte der Spanier in Richtung von Avram Grant, der im September das Ruder von Jose Mourinho übernommen und kürzlich mit einer bizarren und wortkargen Pressekonferenz Schlagzeilen gemacht hat. Benitez warnte aber auch: "Sie haben genug gute Spieler, wir müssen vorsichtig sein."

Grant hatte das verbale "Vorspiel" mit einer Liebeserklärung an Reds-Kapitän Steven Gerrard eröffnet. "Er spielt zwar gegen mich, aber er ist mein Lieblingsspieler, Englands Spieler des Jahres und vielleicht Europas", schwärmte Grant. Und deutete an, dass man den Mittelfeldregisseur an die Themse locken könnte. Zweimal schon ist Chelsea allerdings wegen Gerrard abgeblitzt, trotz Angeboten von rund 40 Mio. Euro (2004) bzw. 16 Mio. Euro (2005).

Chelsea setzt auf Ballack, Lampard und Drogba
"Wir werden einen großen Kampf liefern", versprach Grant, der trotz einer stolzen Bilanz von nur fünf Niederlagen in 48 Spielen unter Druck steht. "Dieses Mal kann es anders laufen", glaubt Chelseas Champions-League-Veteran Claude Makelele (93 Einsätze), der die Trophäe 2002 mit Real Madrid gewann, "wir wissen, wie Liverpool in der Champions League spielt." Auftrieb erhalten die "Blues" durch die Rückkehr eines Trios an Schlüsselspielern. Der zuletzt geschonte Michael Ballack sowie Mittelfeldkollege Frank Lampard und Stürmerstar Didier Drogba werden an der Anfield Road wieder in der Startelf erwartet.

Liverpool erwartet sich heißen Tanz
Auch Liverpool wird die "Blues" wohl in Bestbesetzung empfangen. Gerrard, der zuletzt wegen eines Nackenproblems pausierte, soll wieder rechtzeitig fit sein. "Ich werde ihm auf die Schulter tippen, und wenn er sich schmerzfrei zu mir umdreht, kann er spielen", erläuterte Benitez seinen ungewöhnlichen Fitness-Test. Auch der geschonte spanische Top-Angreifer Fernando Torres soll wieder einlaufen. Liverpools Jamie Carragher erwartet auf jeden Fall einen heißen Tanz. "Sie werden wild auf eine Revanche sein", glaubt der Abwehrchef, verbreitete aber Zuversicht: "Ich hoffe darauf, dass wir die Serie fortsetzen. Die europäischen Aufeinandertreffen waren immer eng, ich glaube nicht, dass es diesmal anders wird." (apa/red)