Regime schlägt mit aller Brutalität zurück:
Mehr als 70 Demonstranten in Syrien getötet

Zehntausende Menschen waren auf den Straßen Oppositionelle fordern Rücktritt von Bashar al-Assad

Regime schlägt mit aller Brutalität zurück:
Mehr als 70 Demonstranten in Syrien getötet © Bild: Reuters

Bei den Oppositions-Protesten in Syrien sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 70 Menschen getötet worden. In mehreren syrischen Städten hätten Sicherheitskräfte auf die Demonstranten geschossen, teilten Aktivisten und Menschenrechtsgruppen mit. Zahlreiche Demonstranten wurden verletzt, etliche davon sollen in kritischem Zustand sein.

"Die Sicherheitskräfte haben heute in mehreren Städten und Regionen Syriens Massaker angerichtet, mit bis jetzt 72 Toten und Hunderten Verletzten", teilte das in London ansässige syrische Menschenrechtskomitee in einer Erklärung mit. Mehrere von syrischen Menschenrechtsaktivisten veröffentlichte Listen führten ebenfalls mehr als 70 Todesopfer namentlich auf.

Demnach starben am Freitag allein in der südlichen Stadt Asraa 18 Demonstranten, als Heckenschützen auf Hausdächern das Feuer eröffneten. Sieben Menschen kamen bei Protesten in der Hauptstadt Damaskus ums Leben. Weitere Opfer wurden aus mehreren anderen Städten gemeldet.

In Damaskus setzten die Sicherheitskräfte Tränengas gegen die Kundgebungsteilnehmer ein, sagten Augenzeugen. Die Demonstranten wollten von mehreren Vorstädten aus ins Stadtzentrum vordringen, wurden aber von Polizei- und Geheimdienstaufgeboten mit Gewalt daran gehindert.

Am Donnerstag setzte Präsident Assad ein neues Versammlungsgesetz in Kraft, welches Demonstrationen legal macht, wenn sie vom Innenministerium genehmigt sind. Beobachter gehen aber davon aus, dass die neuen Maßnahmen zu spät kommen. Der Gewalt der Sicherheitskräfte fielen seit Beginn der Proteste vor mehr als einem Monat rund 250 Menschen zum Opfer. Hunderte weitere wurden verletzt und verhaftet. Die vom Regime angewandte Gewalt hat die Demonstranten radikalisiert. So dominierten am Freitag bereits die Forderungen nach dem Rücktritt Assads und nach einem Regimewechsel.

(apa/red)