Notenvergabe von

NEWS-Regierungszeugnis:
Bestnote für Sebastian Kurz

Der Lehrling putzt den Meister: Gute Noten für die neuen Minister.

NEWS-Regierungszeugnis: Sebastian Kurz erhält die Bestnote. © Bild: APA/HANS PUNZ

Als Headhunter wäre Michael Spindelegger vielleicht gar keine schlechte Besetzung. Denn immerhin: Die Neulinge, die der ÖVP-Chef in seine Regierungsmannschaft holt, kommen bei Bevölkerung und Politikexperten meist gut an. Man erinnere sich etwa an Karlheinz Töchterle, den Tiroler Quereinsteiger im Wissenschaftsministerium: Im letzten Regierungszeugnis für das Kabinett Faymann I erreichte er immerhin den respektablen fünften Platz.

An der Spitze schon damals: Sebastian Kurz, der junge Protegé Spindeleggers. Damals noch Integrationsstaatssekretär, glänzte er mit Note 1,6. Und nun, wenige Wochen nach seinem wieder mit reichlich Misstrauensvorschuss bedachten Amtsantritt als Außenminister, läuft’s sogar noch besser: Kurz erhält von den ChefredakteurInnen und InnenpolitikjournalistInnen, die NEWS um ihr erstes Zeugnis für die Regierung Faymann II bat, die Gesamtnote 1,3. „Erstaunlich. Er macht auch am internationalen Parkett keine Fehler. Er ist ehrgeizig und zielstrebig“, bewertet Michael Völker, Innenpolitikchef des „Standard“, die Performance des jungen Außenministers.

Und „profil“-Herausgeber Christian Rainer formuliert ironisch: „Atemberaubend schnelle Karriere: Wird schon vor seinem 30. Geburtstag als ÖVP-Chef abgelöst!“ Worauf Rainer anspielt, ist klar: Michael Spindelegger ist als ÖVPObmann angezählt. Als Wunschnachfolger wird von vielen der 27-jährige Kurz genannt. Und wenn man weiß, wie schnell die schwarzen Funktionäre ihre Parteichefs auch wieder absägen…

Sebastian Kurz im Gespräch mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton.
© APA/EPA/OLIVIER HOSLET Kurz im Gespräch mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton.

Eine Obmann-Debatte mit besonderer Note.

Doch jetzt geht es erst einmal um die politische Gegenwart und Zukunft von Michael Spindelegger. Dass er als Finanzminister noch nicht Tritt gefasst hat, als Parteichef allerdings vollkommen außer Tritt geraten ist, schlägt sich in seiner Note und den Verbalbeurteilungen deutlich nieder. 4,4 – so schlecht hat noch nie ein Parteichef und Vizekanzler im Regierungszeugnis abgeschnitten. Zur Erinnerung: In dieser Liga spielten zuletzt die glücklosen Minister Nikolaus Berlakovich (Landwirtschaft und Umwelt, ÖVP) und Norbert Darabos (Verteidigung und Sport, SPÖ). Und beide mussten die Regierung längst verlassen.

„Ein Vizekanzler mit Fallfrist. Er hält die ÖVP-Obmannschaft nur mehr mit den Fingerspitzen fest“, sagt Christoph Kotanko von den „Oberösterreichischen Nachrichten“. „Kann gut sein, dass die Partei bald die Reset-Taste für ihn drückt“, prophezeit „Format“ & „trend“-Chefredakteur Andreas Weber.

Auch fachlich kommt der neue Finanzminister nicht gut weg: „Er hat mit seinem Steuererhöhungspaket einen Bauchfleck gelandet. Ein denkbar schlechter Auftakt für die Koalition“, erklärt der stellvertretende Chefredakteur der „Salzburger Nachrichten“ Andreas Koller.

Werner Faymann: Schlusslicht der SPÖ-Riege.

Allerdings: Auch Bundeskanzler Werner Faymann kann sich ob seiner Zeugnisnote nicht gerade entspannt zurücklehnen. 3,3 ist für einen Regierungschef blamabel. Der SPÖ- Parteivorsitzende hat sich damit, verglichen mit dem ohnehin schon schwachen Abschlusszeugnis seiner ersten Regierungsperiode, noch verschlechtert.

Vertrauensvorschuss für die neuen Minister.

Hier differenzieren die Innenpolitik- ExpertInnen genau. Die schlechten Noten für den schwachen Regierungsstart bekommen Kanzler und Vizekanzler persönlich. Die neuen und alten FachministerInnen heben sich nach dem Eindruck der ersten Wochen hingegen vom Koalitionsimage deutlich ab. So wird der neue Justizminister Wolfgang Brandstetter einhellig als Vollprofi in seinem Fach gewürdigt. Daniela Kittner vom „Kurier“ sagt: „Er hat den Misstrauensvorschuss durch Kompetenz ausgeräumt.“

Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) schneidet beim NEWS-Regierungszeugnis gut ab.
© APA/HANS KLAUS TECHT Justizminister Wolfgang Brandstetter

Positiv fällt auch die Erst- Beurteilung von Josef Ostermayer, jetzt Beamten- und Kulturminister aus: „Endlich Minister. Erledigt als Faymanns Musterschüler die politische Arbeit“, erklärt NEWS-Chefredakteur Wolfgang Ainetter.

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Kommentare

Tja, wenn man kein Studium abgeschlossen hat und keinen Job findet wird man halt Politiker ... da bekommt man dann gut Noten, die natürlich möglicherweise allesamt manipuliert sind. So funktioniert unsere Politik heutzutage!

11223344 melden

isss er nicht süss? gebt ihm doch eine schultüte und dann legt ihn nieder zum mittagsschläfchen. dieser sepp muss doch mal lernen wie man gerade aus lullen kann

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

tja, während andere scheinbar schon damit zufrieden sind, wennn sie gerade aus lullen können und nicht wissen wofür man dieses 28,4 cm Teil noch verwenden kann, üben sich gewisse Personen gerade am Baby machen...und wenn man den Gerüchten trauen darf, könnte es womöglich nicht nur beim Üben geblieben sein...aber dazu in einigen Wochen mehr :))

christian95 melden

Das hatten wir doch schon!
Auch Karl Heinz Grasser (+Strasser) waren einmal eine ÖVP-Zukunftshoffnung. Grasser hat zumindest das 0 Defizit geschafft. Seine Nachfolger, Molterer, Pröll, Fekter und Spindelegger (alle ÖVP) haben den Staat wieder hoch verschuldet. Es gibt genug Leute die freuen sich darüber und wählen weiterhin ÖVP.

christian95 melden

Auch die SPÖ hat eine solche Nachwuchspolitikerin

http://www.youtube.com/watch?v=KsfwTy_Imu4

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

wer ist die fesche Maus??

Cherie60 melden

Also christian95, den Kommentar über Grasser glaub ich jetzt aber nicht! Ich kann nur hoffen, dass ich auf der Leitung stehe und den bösen Witz dran nicht verstehe.... dieser Mensch hat alles, was nicht niet-und nagelfest war, verkauft - noch dazu weit unter dem Wert, nur damit das Geld noch in das Jahr, wo er damit das 0 Defizit schaffen kann, einfließt!

Cherie60 melden

Da die Regierung eine "Buchhaltung" führt wie ein Greißler (Einnahmen-Ausgabenrechnung, bei denen heißt es Kameralistik), wird ja nicht festgehalten, was dann weg ist und uns allen gehört hat! Grasser wird der einzige bleiben, der SO ein 0 Defizit geschafft hat, weil für die nächsten ist nichts mehr da zum Verscherbeln!

RobOtter
RobOtter melden

@christian95: Ahahahaha...der war gut...Du kannst ja richtig witzig sein.
Dein Held hatte die Steuerquote ebenfalls auf 45% getrieben und dazu noch Staatseigentum um einen Apfel und ein Ei verhökert. Du kannst ja jetzt richtig glücklich sein denn die Schottermitzi hat die Steuerquote auf spektakuläre 44,8% gedrückt!

stabilis melden

Kurz ist die aller letzte Chance für die ÖVP - nach der Europa-Denkzettel-Wahl wird Spindelegger und sein Team die Regierung verlassen und zurücktreten. Der Weg ist dann endlich frei für Neuwahlen. Unter Kurz hat dann die ÖVP eine kleine Chance noch einen Achtungserfolg einzufahren. Die Wirtschaft wird die NEOS wählen, die Bauern werden Blau wählen und die Prölls und Raiffeisen sind am Ende. Gut!

günza melden

Sehr optimistisch gedacht.

christian95 melden

Wie bei jeder Umfrage: "Wer zahlt schafft an".
Wenn man weiß wer diesen Schwachsinn bezahlt hat (das ist immer der Steuerzahler), dann versteht man mehr.

Stimme giuseppiverdi zu, lasst ihn doch machen. Schlechter als seine Vorgänger wird er nicht sein.

Nur Bestnoten für die gesamte Regierung!

Umfrage wurde erstellt und ausgewertet vom KARMASIN Institut

Hugo-Boatwisch melden

Ist es nicht logisch, dass man Greenhorn Kurz mit derart guten Noten bewerten lässt? Keiner glaubt, das ist nicht manipuliert! So ist eben die Politik...
Sonst könnte er ja gleich abdanken - aber das lässt Spindelegger nicht zu, denn sein Liebkind Kurz soll ja als neuer Bundeskanzler irgendwann mal den Regierungsthron besteigen.

RobOtter
RobOtter melden

oh...a Verschwörungstheoretiker? Warum sollte Kurz nicht die besten Noten haben? Gegen den Rest der Politiker steht er mit einer leuchtenden Corona alleine auf weiter Flur....

günza melden

Ich denke auch, dass der Kurz keine schlechte Wahl war. Mit 27 Jahren hatte ich andere Dinge im Kopf und Gott sei dank geht es auch anders. Heute, 30 Jahre später wäre ich nicht in der Lage so einen Posten inne zu haben. Ich hoffe, dass er der richtige ist, solange er zuhören kann und sich selbst nicht zu wichtig nimmt, kann das echt aufgehen. Lassen wir uns überraschen.

AdLa melden

So stand einst auch KHG da.

giuseppeverdi melden

Typisch Österreicher! Ich bin politisch "niemand" - soll heißen in keiner Partei Mitglied und glühender Wechselwähler. Der junge Mann ist wirklich ein politisches Talent. Da kommen dann die "Obersuderer" daher und sagen "so stand der KHG auch einmal da"! Na und, hat sich Kurz schon was zu Schulden kommen lassen? Lasst ihn doch arbeiten, solange er den geraden und korrekten Weg geht!

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Schau @günza, dass du das nicht hinbekommen hättst, hättest nicht EXTRA erwähnen müssen...das war mir klar! Ich wage zu behaupten, wenn dich da Votar mit der Nosn auf nen verstaubten Zehner am Wegesrand druckt hätte, hättest ihn vermutlich a nicht GLÄNZEN gsehn... :)

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