Regierung in Belgrad erklärt: Serbien
wird Nachfolger des Staatenbundes

Offiziell: 55,5 % für Unabhängigkeit Montenegros

Serbien ist nach der Verkündung der endgültigen Ergebnisse des Unabhängigkeitsreferendums in Montenegro am heutigen Mittwoch zum einzigen Nachfolger des serbisch-montenegrinischen Staatenbundes geworden, meldete die Belgrader Presseagentur Beta unter Berufung auf Regierungskreise in Belgrad. Auch wolle die serbische Regierung "sehr schnell" diesen Standpunkt konkreter erläutern, berichtete die Agentur.

Die montenegrinische Referendumskommission hatte zuvor in Podgorica das offizielle Endergebnis des Unabhängigkeitsreferendums vom 21. Mai verkündet. An der Volksabstimmung nahmen 419.249 Stimmberechtigte teil. 230.661, bzw. 55,5 Prozent sprachen sich für die Eigenstaatlichkeit aus, 185.002, bzw. 44,5 Prozent waren dagegen. Die Stimmbeteiligung belief sich auf 86,5 Prozent.

Die größte montenegrinische Oppositionspartei, die Sozialistische Volkspartei (SNP), die rund 200 Einsprüche gegen die Referendumsergebnisse erhoben hatte, ließ wissen, dass sie zwar die Referendumsergebnisse nicht anerkennen wolle, allerdings den Standpunkt der Europäischen Union, wonach das Referendum eine abgeschlossene Angelegenheit sei, zu beachten gedenke. Das meldeten Medien unter Berufung auf ungenannte SNP-Spitzenfunktionäre.

Die regierungsnahe Tageszeitung "Vijesti" berichtete, dass die Verkündung der Unabhängigkeit Montenegros durch das Parlament bereits am Samstag erfolgen dürfte.

(ap)