Reger Suchtgift-Handel in Justizanstalt Graz-Karlau: Beamter lieferte Haschisch

Soll rund ein Kilo Cannabisharz geschmuggelt haben 51-Jähriger wurde Anfang März festgenommen

Ein Grazer Justizwachebeamter ist wegen Verdachts des Suchtgifthandels verhaftet worden. Der 51-Jährige soll laut Sicherheitsdirektion Steiermark von Herbst 2006 bis Jänner 2007 rund einen Kilo Cannabisharz in die Justizanstalt Graz-Karlau geschmuggelt haben. Bereits zuvor soll der Beamte laut einem Zeitungsbericht Handel mit Handys in der Justizanstalt betrieben haben.

Nachdem Ende Jänner in der Obersteiermark eine 67-jährige Pensionistin wegen Drogenverkaufs verhaftet worden war, wurden die Beamten der Suchtgiftgruppe des Landeskriminalamts auf den 51- Jährigen aufmerksam: Die Frau hatte angegeben, dass sie über den Grazer Cannabisharz auch in die Justizanstalt Karlau geliefert hätte. Laut Sicherheitsdirektion Steiermark hatte ein Häftling, der wegen Suchtgifthandels in der Karlau in Haft ist, den Beamten für den Schmuggel gewinnen können.

Der 51-Jährige wurde Anfang März festgenommen. Laut Polizei wurden die Suchtgift-Platten als Paket an eine Grazerin geschickt. Von ihr holte der Justizwachebeamte das Cannabisharz ab. Der Beamte schmuggelte das Cannabis als Bekleidungspaket getarnt in die Justizanstalt. Dort sollen vier Häftlinge für die Organisation und Verteilung verantwortlich gewesen sein.

Über den Beamten wurde Untersuchungshaft verhängt. Er zeigte sich geständig, Pakete transportiert zu haben, bestritt aber, dass er wissentlich Suchtgift in die Karlau geschmuggelt habe.

Bereits am 22. Jänner war der 51-Jährige laut Kronen Zeitung einvernommen worden, weil er im Verdacht stand, monatelang Handys an Häftlinge in der Karlau verkauft zu haben. Da sich der Mann geständig zeigte, war er auf freiem Fuß angezeigt worden. Ende 2005 soll der mittlerweile suspendierte Beamte wegen kleiner Verfehlungen auch degradiert worden sein. (apa/red)