Red Bulls brechen Wiener Herzen: Salzburg schlägt Capitals nach Last Minute-Drama

Trotz "Trainer-Flucht": Linz überfährt KAC mit 7:2 Leader Villach souverän - Jesenice fertigt Graz ab

Die Red Bulls aus Salzburg haben in der 25. Runde der Erste Bank Eishockey Liga ein hochdramatisches Duell mit den Vienna Capitals mit 5:4 für sich entschieden. Kapitän Dieter Kalt erzielte im turbulenten Schlussdrittel (3:3) drei Sekunden vor Schluss das entscheidende Tor zu Gunsten der Salzburger, die in der vierten Saisonpartie gegen die Wiener den dritten Sieg feierten. Ebenfalls in der Schlussminute (59:10) hatte Latusa für die Hausherren zum 4:4 ausgeglichen.

4.000 Zuschauer in der Albert Schultz-Halle erlebten einen offenen Schlagabtausch, den Martin Pewal (13.) für die Salzburger, die damit weiter zwei Punkte Rückstand auf Leader Villacher SV haben, allerdings zwei Spiele weniger bestritten haben, mit dem 1:0 eröffnete.

Nach dem Ausgleich durch Altmann (26.) drehten die Gäste auf und gingen dank der Treffer von Pihl (33.) und Lind (38./PP) mit 3:1 in Führung.

Doch die "Caps" steckten nicht auf, Routinier Ressmann (46.) verkürzte im "verrückten" Schlussdrittel auf 2:3. Als Ulrich (49./PP) für die Salzburger mit einem kuriosen "Lupfer" von der blauen Linie über Mitspieler Koch und Capitals-Goalie Fankhouser auf 4:2 erhöhte, glaubten viele an eine Vorentscheidung.

Doch Craig (57.) und Latusa (60./PP) brachten die Hausherren auf Kurs Overtime. Dass aus dieser schließlich nichts wurde, dafür sorgte dann Kalt, der im Powerplay - Tropper saß auf der Strafbank - zum Matchwinner avancierte.

Linz überfährt matten KAC mit 7:2
Die Black Wings Linz haben den Nacht-und-Nebel-Abgang ihres Trainers Bill Stewart nach Hamburg blendend verkraftet. Die Oberösterreicher landeten vor eigenem Publikum gegen den KAC einen 7:2-(2:0,4:0,1:2)-Kantersieg und liegen damit als Tabellen-Sechste bereits vier Punkte vor dem Vorletzten aus Kärnten.

Die Partie war von Beginn an eine klare Angelegenheit für die Gastgeber, die interimistisch von Co-Trainer Gert Kompain betreut wurde. Auch Präsident Wilfried Wetzl saß auf der Betreuerbank. Ignatjevs (10.) und Shearer (20.) eröffneten im ersten Drittel den Trefferreigen, vor allem im zweiten Abschnitt spielten die Linzer groß auf und schlugen im Powerplay eiskalt zu. Vier Überzahl-Spiele wurden durch Baumgartner (24.), Storey (28.), Virtanen (34.) und Szücs (39.) ebenso nach teilweise sehenswerten Aktionen in Tore umgemünzt.

Im letzten Abschnitt ließen die Black Wings die Zügel etwas schleifen, wodurch die Gäste dank Treffern von Ban (44./PP) und Norris (52.) noch einmal herankamen, ehe Martin Hohenberger in der 55. Minute in Unterzahl für den Endstand sorgte. Kurz danach entwickelte sich noch eine zünftige Rauferei, bei der Unterweger seinem Kontrahenten Horsky ein Cut über dem Auge verpasste und dafür eine Spieldauer-Disziplinarstrafe ausfasste.

Villach mit souveränem Sieg gegen Innsbruck
Tabellenführer EC VSV hat gegen den HC Innsbruck einen klaren 7:3-Heimsieg, den elften in dieser Saison, gefeiert. Die Kärntner haben damit seit der blamablen 1:6-Heimschlappe gegen die Black Wings Linz bereits vier Spiele in Folge gewonnen und verteidigten mit einer souveränen Leistung die Tabellenführung.

Die Villacher hatten den besseren Start und gingen in der 6. Minute in Unterzahl durch Topscorer Dany Bousquet nach einem sehenswerten Alleingang mit 1:0 in Führung. Die Antwort der Innsbrucker ließ aber nicht lange auf sich warten, Todd Elick (8.) und Sven Klimbacher (9.) durch einen Schlagschuss von der blauen Linie im Powerplay sorgten für die Tore zum 2:1.

Durch einen famosen zweiten Abschnitt entschied der Meister angeführt vom überragenden Bousquet (2 Tore) und Sturmpartner Edgerton (2 Tore) die Begegnung mit vier Toren innerhalb von zehn Minuten. Lanzinger hatte in der 22. Minute das 2:2 erzielt. Torhüter Fabio Gottardis machte nach dem fünften Gegentreffer Platz für Claus Dalpiaz. Zwischenzeitlich hatte Innsbruck Torjäger Elick auf 5:3 verkürzt. Kromp stellte in der 59. Minute in Überzahl den 7:3-Endstand her.

Die erst seit drei Partien zusammenspielende erste Linie mit Bousquet, Edgerton und Kromp erzielte sechs der sieben Treffer für die Adler. Bousquet, Liga-Topscorer der Vorsaison, hält damit bereits bei 21 Saisontreffern und insgesamt 43 Scorerpunkten. Für die Haie setzte es im Kampf um die Playoff-Plätze die zweite Niederlage in Folge.

HK Jesenice deklassiert Schlusslicht Graz 99ers
Für die Graz 99ers hat es im Auswärtsspiel in Jesenice ein 2:8 (0:4,0:3,2:1)-Debakel gesetzt. Vor 2.200 Zuschauern war das Spiel praktisch nach neun Minuten entschieden, die Slowenen lagen zu diesem Zeitpunkt durch Treffer von Razingar (2.), Pare (5./PP) und Kranjc (9./PP) bereits 3:0 voran. Jesenice schob sich mit nun 27 Zählern in der Tabelle an den punktgleichen Innsbruckern vorbei auf den vierten Rang vor, die 99ers (18) bleiben Schlusslicht.

Die Steirer, die erst in der bedeutungslosen Schlussphase mithielten, kamen auch im zweiten Drittel nicht über die Rolle des Statisten hinaus. Fox (27.), Razingar (33./Assist von Goalie Kotyk) und Golicic (38.) bauten die Führung innerhalb von elf Minuten auf 7:0 aus. Im Schlussabschnitt leistete sich Jesenice sogar den Luxus, Standard-Keeper Kotyk durch Glavic zu ersetzen. Einziger Wermutstropfen für den Liga-Neuling waren die Grazer Gegentreffer von Brule (44.) und Judex (53.), die das zweite Shut-Out in Folge vereitelten.

(apa/red)