Red Bull Salzburg von

"Wir haben noch nichts erreicht"

"Wir müssen mit beiden Füßen am Boden bleiben", fordert Trainer Ricardo Moniz

Red Bull Salzburg - "Wir haben noch nichts erreicht" © Bild: GEPA/Luger

Sechs Punkte Vorsprung, noch drei Runden zu spielen - Salzburg ist so gut wie Meister in der 1:0 gegen Rapid trotzdem keine entgegennehmen. "Wir haben noch nichts erreicht, wir müssen mit beiden Füßen am Boden bleiben", forderte Trainer Ricardo Moniz.

Allerdings konnte auch der Niederländer nicht ganz abstreiten, dass der Eintrag im Meisterteller in greifbarer Nähe ist. "Es war zumindest ein großer Schritt." Ähnlich äußerte sich Jakob Jantscher: "Es sieht sehr gut aus, aber rechnerisch sind wir noch nicht durch." Für Rapid-Coach Peter Schöttel ist das Rennen hingegen entschieden. "Ich glaube nicht, dass Salzburg in den letzten drei Spielen nur noch einen Punkt macht. Das Thema ist durch", meinte er.

Einig waren sich beide Betreuer darin, dass die Zuschauer eine hitzige und temperamentvolle Partie zu sehen bekamen. "Es haben zwei mutige Mannschaften gegeneinander gespielt. Wir hätten theoretisch auf ein Unentschieden spielen können, aber das ist nicht unser Stil", sagte Moniz. Für das rettende 1:0 sorgte schließlich ausgerechnet Stefan Maierhofer.

Kritik von Moniz
Der Niederländer kritisierte, seine Mannschaft habe sich nach dem 1:0 zu weit zurückfallen lassen und im Finish die Chancen auf die vorzeitige Entscheidung fahrlässig vernebelt. Dennoch überwog naturgemäß die Freude über den bevorstehenden Titelgewinn dank einer klaren Steigerung in den vergangenen Wochen. "Das Wichtigste ist unsere mentale Härte. Wenn uns alle abschreiben, stehen wir immer wieder auf", meinte Moniz.

Für Jantscher war das 1:0 die Folge des unbedingten Siegeswillens seiner Mannschaft. "Man hat gesehen, dass wir unbedingt wollten - mehr als Rapid", betonte der Flügelspieler, der mit einer Gelenksabsplitterung in der Schulter so wie sein Clubkollege Jonathan Soriano (Muskelfaserriss) bis Saisonende fehlen dürfte.

Genug Chancen für Rapid
Rapid-Goalie Lukas Königshofer wollte diese Ansicht nicht teilen: "Wir hätten genug Möglichkeiten gehabt, um zu gewinnen." Auch Schöttel haderte abgesehen von seinem Ärger über die Leistung von Schiedsrichter Robert Schörgenhofer mit vergebenen Einschussmöglichkeiten. "Nach dem Tor haben wir Druck gemacht und die eine oder andere Chance gehabt." Mit Salzburg werde aber die beste Mannschaft Österreichs Meister, gab der Wiener zu.

Möglicherweise wäre für sein Team ein Titelgewinn ohnehin zu früh gekommen. "Für uns ist es gut, wenn wir heuer in der Europa League spielen. Man sieht, dass wir in der einen oder anderen Situation noch Defizite haben", gestand Schöttel. "Trotzdem stehen wir drei Runden vor Schluss gut da."

Wann ist Salzburg durch?
Salzburg könnte bereits am Donnerstag den Meistertitel fixieren, wenn die Roten Bullen im Heimspiel gegen Absteiger Kapfenberg (18.30 Uhr) mehr Punkte machen als Rapid im Auswärtsspiel in Mattersburg (20.30). Holt sich Salzburg den Meisterteller, hat auch Ried als Cupfinalist einen internationalen Startplatz.