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"Wachgerüttelte" Salzburger
setzen CL-Jagd in Albanien fort

Lazaro nach Bundesliga-Fehlstart: "Müssen 110 Prozent geben"

Konard Laimer © Bild: APA/Erwin Scheriau

Drei Tage nach dem Fehlstart in die heimische Meisterschaft setzt Salzburg die Jagd auf die Champions-League-Gruppenphase (heute 20.00 Uhr MESZ/live ORF eins) in Albanien beim krassen Außenseiter Partizani Tirana fort. Mittelfeldmann Konrad Laimer war überzeugt, dass man die richtigen Lehren aus dem 1:3 bei Sturm Graz ziehen werde: "Das war für uns ein Wachrüttler zum richtigen Zeitpunkt."

In Albanien wird der Traum vom Play-off nach Salzburgs Ausrutscher neue Nahrung erhalten haben. Schon der überraschende Aufstieg gegen Ferencvaros Budapest im Elferschießen, samt einem Panenka-Elfer von Goalie Albin Hoxha, war für den 1946 gegründeten Club aus der Hauptstadt ein historischer Erfolg. Denn mit Ausnahme der Jahre 1971 bzw. 2005 war in der ersten Europacup-Runde stets Endstation. In der aktuellen CL-Quali ist der Vizemeister nur vertreten, weil Serienchampion Skenderbeu Korca wegen vermeintlicher Spielmanipulationen ausgeschlossen wurde.

Auch statistisch gesehen ist die Angelegenheit im Ländervergleich eine klare Sache: In 16 Spielen gab es bei zwei Niederlagen - jeweils auswärts - und einem Remis 13 Siege. Die Niederlagen gingen auf die Kappe von Austria Wien, das 1981 Partizani auswärts mit 0:1 unterlag und 1978 bei Vllaznia Shkodra mit 0:2 verlor. Aber erst am vergangenen Donnerstag hielt sich just die Austria in der Europa League mit einem 4:1 über Kukesi schadlos - in genau jener 45 Kilometer von Tirana entfernten Elbasan-Arena, in der auch Salzburg sein Spiel bestreitet.

Ziel: Komfortable Ausgangslage

Die Statistik zählt am Dienstagabend jedenfalls ebenso wenig wie der Umstand, dass mit Partizani ein spielerisch limitierter Gegner mit kaum im Europacup erfahrenen Spielern wartet. Klares Ziel ist es, sich eine komfortable Ausgangslage für das Rückspiel am Dienstag kommender Woche in Salzburg zu erarbeiten.

Dass man im Gegensatz zur 2. Qualirunde, wo Lettlands Meister Liepaja mit 1:0 bzw. 2:0 bezwungen wurde, diesmal zuerst auswärts antritt, gefällt dem in Graz geschonten Kapitän Jonatan Soriano. "Es ist ein kleiner Vorteil, dass wir das so wichtige zweite Match in der Red-Bull-Arena spielen können. Voraussetzung dafür ist allerdings ein gutes Resultat in Albanien. Und das wird schwierig genug", meinte der Spanier.

Sein Landsmann und Trainer Oscar Garcia übte sich in Respekt. "Jede Mannschaft, die es so weit schafft, hat entsprechende Qualität und ist ein gefährlicher Gegner", meinte der 43-Jährige, der in Graz die höchste Niederlage seiner Salzburger Karriere erleben musste. "Wir wissen um ihre Qualitäten, auch weil wir sie u. a. beim Spiel gegen Ferencvaros beobachtet haben." Seine Erkenntnis: "Sie sind ein sehr aggressives, defensivstarkes Team, das gute Konter spielt."

Angesichts des großen Kaders und dem Mut zur Rotation darf mit Spannung darf erwartet werden, welches Personal Oscar im 12.000er-Oval aufbietet. Keiner seiner Spieler hat jedes der bisher vier Saisonpflichtspiele von Beginn an absolviert, selbst der bis Samstag stets in der Startelf gestandene Mittelfeldmann Bernardo verfolgte bei Sturm das Geschehen erstmals von der Bank aus. Mit Außenverteidiger Stefan Stangl und dem Mittelfeldakteur Marc Rzatkowski (der nach kurzer Trainingspause aufgrund von Adduktorenproblemen am Sonntag wieder trainierte) nahm Oscar erstmals in der CL-Quali zwei Neuzugänge mit, die bisher nur im Cup zum Einsatz kamen.

Wanderson ohne Spielberechtigung

Einmal mehr warten muss wohl ein anderer Neuer. Flügelstürmer Wanderson, bis Sommer in Diensten des spanischen Primera-Division-Absteigers Getafe, trat zwar den Flug nach Tirana an, hat aber nach wie vor keine Spielberechtigung. Das Salzburger Ansuchen bei der FIFA um eine provisorische Spielgenehmigung läuft, die dem spanischen Verband von der FIFA gesetzte Frist für eine Stellungnahme endete am Montagabend.

So oder so dürfen die "Bullen" bei Partizani keine Leistung wie in Graz bieten. "Die Niederlage war natürlich schmerzhaft, aber wir schaffen das ganz gut, dass wir den Fokus auf morgen legen", meinte Offensivkraft Valentino Lazaro am Montag. Er erwartet zwar einen spielerisch ähnlich gestrickten Gegner wie Liepaja, aber: "Von der fußballerischen Qualität her sind sie ein bisschen stärker. Da wird uns schon einiges entgegengehalten werden. Wir müssen 110 Prozent geben, wenn wir auch Auswärtstore machen wollen."

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