Red-Bull-Ring als Herzensangelegenheit:
Dietrich Mateschitz spricht im Interview

Formel-1-Rückkehr mehr als unwahrscheinlich Gesamtkonzept über Motorsport und Strecke hinaus

Red-Bull-Ring als Herzensangelegenheit:
Dietrich Mateschitz spricht im Interview © Bild: GEPA/Pammer

Keine 50 Kilometer vom Österreich-Ring entfernt, in St. Marein im Mürztal, ist Dietrich Mateschitz aufgewachsen, war in den 1970er- und 80er-Jahren war er Stammgast bei den Rennen. Daher verwundert es auch nicht sonderlich, dass Rennstrecke und Region eine Herzensangelegenheit für den 66-jährigen Steirer sind.

Einen dreistelligen Millionenbetrag investiert der Red-Bull-Boss in das Vorhaben, allerdings aus privater Tasche. In einem Interview mit der APA erklärte Mateschitz, dass er bezüglich des Wiederaufbaues der steirischen Landesregierung im Wort war. Aber auch, dass es ihm als Steirer ein starkes persönliches Anliegen war.

Warum war ihnen der Wiederaufbau der Anlage offenbar auch persönlich so wichtig?
Mateschitz: "Gemacht haben wir das erstens, weil ich der damaligen Landesregierung mein Wort gegeben habe, die Verantwortung für die Rennstrecke zu übernehmen, und weil mir das zweitens als Steirer auch nicht so schwer fällt. Natürlich ist das Ganze mit entsprechenden Investitionen verbunden, die wir nicht machen würden, wenn wir es einerseits nicht könnten und andererseits es uns nicht auch freuen würde. Die Finanzierung hat mit dem Unternehmen Red Bull aus verschiedenen Gründen nichts zu tun, sondern ist meine private Initiative."

Was soll insgesamt auf dem Ring passieren?
Mateschitz: "Das Ziel kann nur sein, die Rennstrecke durch Veranstaltungen, die Autoindustrie und private Clubs und Personen möglichst auszulasten. Wobei das Gesamtkonzept über Motorsport im engeren Sinn und die Rennstrecke hinausgeht. Vielmehr wird versucht, die Anlage mit ihrer Gesamtheit an motorsportlichen Angeboten und Freizeitmöglichkeiten zu vermarkten."

Wie bedauerlich ist es, dass die ursprüngliche Idee nicht in vorgesehenem Ausmaß umgesetzt werden konnte?
Mateschitz: "Ich lebe in der Gegenwart, wir planen für die Zukunft, und mit Bedauern in die Vergangenheit zu blicken, davon hat niemand etwas. Wir werden versuchen, mit den derzeitigen Möglichkeiten gleichermaßen erfolgreich zu sein."

Warum sollte die Formel 1 nicht irgendwann wieder auf dieser Anlage Rennen fahren?
Mateschitz: "Die Rennstrecke ist von der FIA formal als F1-geeignet abgenommen worden. Vergleicht man aber F1-Strecken, wo und wie sie in jüngster Zeit entstanden sind bzw. im Entstehen begriffen sind, weiß man, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Formel 1 nach Spielberg zurückkehrt, eine mehr als geringe ist."

(apa/red)