Red Bull Racing von

Spielberg: Vettel freut sich

Amtierender Formel-1-Weltmeister spricht von zweitem "Heim-Grand-Prix"

FORMEL 1 - GP von Oesterreich, PK © Bild: GEPA pictures / Christian Walgram

"Das ist ja praktisch unser zweiter Heim-Grand-Prix." Sebastian Vettel freut sich bereits auf das Comeback der Formel 1 in Österreich. "Das Rennen ist ausverkauft, alles ist topmodern hier. Das wird für die ganze Formel 1 eines der Highlights in diesem Jahr, ich freue mich schon sehr darauf", sagte der vierfache Weltmeister bei einem Medientermin auf dem Red Bull Ring.

Im Herzen der Steiermark geht von 20. bis 22. Juni nach zehnjähriger Pause das Comeback der Motorsport-Königsklasse in Szene. Vettel steht auf das steirische Panorama, das lokale Essen und das Drumherum. Sportlich erwartet der Pilot des österreichischen Red-Bull-Teams auch ein Spektakel, denn neben der Formel 1 ist ein prickelndes Rahmenprogramm gesichert. Neben Konzerten und einer Flugshow kommt es am Sonntag auch zum Auftritt aller lebenden Formel-1-Österreicher in ehemaligen Formel-1-Fahrzeugen.

Vettel im Berger-Ferrari

In solchen saßen beim Pressetermin auch Vettel und Gerhard Berger. Dabei hatte der 26-jährige Weltmeister aus Deutschland einen Heidenspaß, jenen 1988er-Ferrari um den Kurs zu jagen, mit dem Berger damals in Monza gewonnen hat. Ein Auto, das praktisch so alt ist wie Vettel selbst.

"Gigantisch. Ich bin noch nie ein Auto aus dieser Zeit gefahren. Zwar viel Handarbeit, aber ich wollte gar nicht mehr aufhören", strahlte Vettel nach den Runden in dem im Gegensatz zur aktuellen Hybrid-Autogeneration dröhnend lauten PS-Geschoß. Der Deutsche genoss den Höllenlärm sichtbar.

F1-Weltmeisterschaft: Red Bull gibt nicht auf

Wenige Wochen vor dem großen und an sich ausverkauften Heimauftritt, für den es noch 800 Restkarten gibt, ist sich Vettel der aktuellen Probleme bewusst. Sowohl der Pilot als auch Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko verneinten am Ring aber, dass angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten mit dem Renault-Antriebsstrang und der eklatanten Mercedes-Überlegenheit die Flinte ins Korn geworfen werde.

"Solange man mathematisch im Rennen ist, ist man dabei. Es wäre falsch, zu früh an was anderes zu denken", beteuerte Vettel, der zuletzt in Monaco nur vier Runden weit kam und in der WM abgeschlagen Sechster ist. "Es ist bisher sicher nicht optimal gelaufen. Aber unser Blick ist nach vorne gerichtet", versicherte Vettel mit Blick auf Kanada und den achten Saisonlauf in Österreich.

Mit Humor gegen vermeintliche Krise

Ob es in Österreich einen "Heimvorteil" für Red Bull geben könnte? "Nur, wenn wir noch schnell zwei Schikanen einbauen können. Dann wären die Vorteile für Mercedes geringer", scherzte Marko. Vettel ebenso gut gelaunt: "Vielleicht hat ja hier jemand Spezis, die am Geruch erkennen, wie das Wetter wird." Berger ulkte: "Ich würde bei der Zeitnahme ansetzen."

Ein Krise im Red-Bull-Team bestritt Vettel ebenso, wie dass er sich bald vom österreichischen Rennstall abwenden könnte. Vielmehr leistete der Vierfach-Weltmeister so etwas wie einen Treueschwur. "Ich fühle mich sehr wohl, wo ich bin, und habe dem Team viel zu verdanken. Da schmeißt man nicht nach sechs schlechten Rennen alles hin. Ich bin kein Teil dieser schnelllebigen Welt."

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