Red Bull hofft weiter auf Formsteigerung des RB3: Teamchef sieht "positive Zeichen"

Saisonziel: Platz fünf in der Konstrukteurs-Wertung 'Verstehen Auto immer besser & werden es optimieren'

Platz 13 für Mark Webber in Australien, Aus für David Coulthard, der damit straffrei in Sepang seinen Motor wechseln wird. Red Bull Racing ist vor drei Wochen in Australien bescheiden in die Formel-1-Saison 2007 gestartet, die wegen des brandneuen Newey-Autos aber als "Jahr der Wahrheit" gilt. Beim austro-britischen Rennstall hofft man deshalb auf eine baldige "Formsteigerung" des RB3, ist doch das erklärte Saisonziel Platz fünf in der Konstrukteurs-Wertung.

Auch Teamchef Christian Horner gab sich in Malaysia zuversichtlich. "In Australien gab es einige positive Zeichen. Mark Webber war im Qualifying sehr stark und hätte auch im Rennen Siebenter werden können. Das war wirklich ermutigend", sagte der Engländer in Sepang. Auch die vergangenen Tests in Malaysia waren laut Horner gut. "Wir verstehen das Auto immer besser und werden es nun immer mehr optimieren."

"Jahr der Entwicklung"
Ganz offensichtlich wird 2007 aber eher erneut ein Jahr der Entwicklung als eines der "Wahrheit". Zumindest wenn es um die Siegfähigkeit des ersten reinen Newey-Autos geht. Der RB2 hatte sich im Vorjahr schnell als verpasste Chance heraus gestellt. "Aber das war ein weiterentwickeltes Auto, das ursprünglich ein Jaguar war. Es hatte sein Optimum erreicht", schränkte Horner ein.

Vielmehr stellte der RBR-Teamchef klar: "Die Situation ist wie Tag und Nacht. Diesmal haben wir mit einem weißen Blatt Papier begonnen und sind deshalb am Anfang einer Entwicklungskurve. Die Reifen, ein Fahrer, die ganze Aerodynamik-Philosophie, alles ist neu. Wenn so viel passiert, braucht es Zeit, bis alles synchron läuft. Aber das rohe Potenzial des RB3 ist gut. Es wird ganz sicher wieder ein Entwicklungsjahr und spätestens in Barcelona werden wir deutlich weiter sein."

Toro Rosso-Protest bei FIA
Ganz andere Probleme hat derzeit das Schwesternteam Toro Rosso. Spyker-Teamchef Colin Kolles hat wie angekündigt Protest bei der FIA wegen des angeblich "baugleichen" Autos eingelegt. Dass das im Besitz von Firmenchef Dietrich Mateschitz und Gerhard Berger befindliche Team deshalb nicht starten kann, glaubte vorerst aber niemand.

Offensichtlich handelt es sich um eine reine Pro-Forma-Aktion, weil die FIA für die Beurteilung dieses Falls nicht zuständig ist. Vielmehr aber das Handelsgericht in Lausanne, bei dem Kolles unter Bezug auf das Concorde-Agreement bereits Klage erhoben hat.

Der deutsche Spyker-Teamchef gab sich in Malaysia jedenfalls kämpferisch, aber auch kryptisch. "Die Situation ist glasklar und wird nun bald für die ganze Welt glasklar werden", sagte Kolles, allerdings noch bevor er "wichtige Gespräche" geführt hatte. Ihm gehe es nicht vorrangig um Geld, widersprach er auch den jüngsten Aussagen von Berger. "Es geht um Regeln, die befolgt werden müssen", sagte Kolles, und kündigte eine Überraschung an. "Warten sie ab, was passieren wird."

(apa/red)