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Ricciardo in Red-Bull-Pole

Der 24-jährige Australier gilt als Top-Favorit auf die Webber-Nachfolge

Daniel Ricciardo bei einem Interview in Silverstone © Bild: GEPA pictures/XPB/Moy

Spätestens in der Sommerpause nach dem Grand Prix von Ungarn wird Red Bull eine Entscheidung über den Nachfolger von Mark Webber treffen - wenn sie nicht sogar schon fest steht. Heißester Kandidat ist jedenfalls Daniel Ricciardo, der aktuell für Toro Rosso am Start ist. Allerdings gibt es noch einen gefährlichen Konkurrenten: Kimi Räikkönen könnte auch noch im Rennen um den Platz neben Sebastian Vettel sein.

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"Auf Kimi habe ich keinen Einfluss", betonte Ricciardo in Ungarn. "Ich werde mich auf mich selbst konzentrieren und auf meine Arbeit." Die hat er bisher so gut gemacht, dass er ernsthaft mit einem "Upgrade" vom Zweitteam Toro Rosso zum Weltmeisterteam spekulieren darf. Er bleibt aber zurückhaltend. "Ich warte nicht jeden Tag auf den Anruf", versicherte Ricciardo. "Wenn sie es mir in der Sommerpause sagen, wenn ich mit einem kühlen Bier am Strand sitze, wäre das aber schon cool."

Eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen erwartet. "Je früher, desto besser", sagte Ricciardo. "Aber ich mache mir keine zu großen Sorgen." Auf ihn wartet die Erfüllung eines Traums. "Es wäre ein Schritt näher zu meinem Ziel", gestand der Sonnyboy aus Perth. "Ich will ganz oben auf dem Podest stehen. Ich möchte das Gefühl des Siegens kennenlernen." Er sagt es mit einem Lächeln auf den Lippen, ganz ohne verbissen zu wirken.

Räikkönen hält sich noch bedeckt, was seine Zukunftspläne angeht. "Ich gehe dorthin, wo sich das Gesamtpaket richtig anfühlt", erklärte der 33-Jährige. "Wir müssen abwarten, aber hoffentlich ist es die richtige Wahl. Dafür gibt es keine Garantien." Es ist eine richtungsweisende Entscheidung für den Rest seiner Karriere. "Wie auch immer sie ausfallen wird, vielleicht kommt sie jemandem anderen dumm vor, mir aber richtig", sagte Räikkönen. Die Optionen sind begrenzt, der "Iceman" könnte bei Lotus bleiben. Außer Red Bull hat kein Topteam, das infrage kommt, für 2014 ein Cockpit frei.

Entscheidung für Ricciardo schon gefallen?
Informierte Kreise meinen unterdessen, die Entscheidung für Daniel Ricciardo sei schon gefallen. Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz ist am Freitag zu einem fünfwöchigen Urlaub auf seiner Insel in der Südsee aufgebrochen. Entscheidungen dieser Tragweite werden bei den Bullen üblicherweise nicht ohne den "Big Boss" getroffen.

"Es wird nach Budapest bekanntgegeben", hatte Mateschitz zuletzt auf schnelle Klarheit hingedeutet. "Die Entscheidung wird in der Sommerpause fallen", ergänzte sein Motorsportchef Helmut Marko. Diese dauert vier Wochen bis zum Grand Prix von Belgien in Spa (25. August).

Während Mateschitz auch Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen in Betracht zieht, dürfte sich vor allem Marko für Ricciardo stark gemacht haben. Sein Juniorteam hätte damit den Zweck erfüllt, nach Vettel einen zweiten Piloten an die Spitze geführt zu haben. "Wir müssen uns für den Fahrer entscheiden, der mittelfristig für das Team das Optimum ist. Das heißt nicht für ein, sondern für drei Jahre", erklärte Marko.

Vettel hält sich raus
Sebastian Vettel hat offenbar keinen Wunsch, was seinen zukünftigen Teamkameraden angeht. "Ich komme mit beiden gut aus", betonte der Dreifach-Weltmeister. Wenngleich er Räikkönen besser kennt - und hin und wieder sogar mit dem Finnen Badminton spielt. Vettel: "Wenn man um die WM kämpfen will, muss man sowieso jeden schlagen. Der Rest ist Teamsache. Ich kann meine Meinung abgeben, mehr aber auch nicht."

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