Rechtschreibreform: Bereits zwei Drittel der
Österreicher verwenden neue Schreibweisen

35% Verweigerer - Für Lehrer Unterricht erleichtert

Zwei Drittel der Österreicher verwenden zumindest teilweise die neue Rechtschreibung. Das geht aus einer am Jahresanfang vom Fessel-GfK-Institut durchgeführten Umfrage hervor. In der Altersgruppe bis 29 Jahre schreiben sogar schon drei Viertel nach den neuen Regeln, in der Altersgruppe über 60 immerhin 43 Prozent. Fans der neuen Regeln sind vor allem die Lehrer: 78 Prozent der Pädagogen stellten fest, dass die neue Rechtschreibung den Unterricht einfacher gemacht hat.

Für die Umfrage wurden im Jänner bzw. Februar 551 Deutsch-Lehrer sowie 504 Personen aus der Gesamtbevölkerung befragt. 26 Prozent gaben an, die neue Rechtschreibung bereits vollständig zu verwenden, weitere 38 Prozent tun dies zumindest teilweise. Absolute Reform-Verweigerer sind 35 Prozent.

Als größte Vereinfachung im Unterricht sehen die Lehrer die neue s-Schreibung (93 Prozent), gefolgt von der - allerdings noch strittigen - Wort- bzw. Silbentrennung (85 Prozent), der Stammschreibung (74 Prozent, z.B. Stängel oder schnäuzen), der - ebenfalls noch strittigen - Zeichensetzung (73 Prozent) und der Fremdwörter-Schreibung (65 Prozent).

Durch die neuen Regeln erschwert worden ist nach Ansicht der Pädagogen hingegen die Vermittlung der Getrennt- und Zusammenschreibung: Hier sehen nur 23 Prozent eine Erleichterung, 77 Prozent hingegen eine Erschwernis des Unterricht. Auch dieser Bereich ist wie Silbentrennung und Zeichensetzung allerdings noch vom endgültigen In-Kraft-Treten ausgenommen. Bis zur Erarbeitung neuer Regeln durch den Rechtschreibrat sind daher beide Schreibweisen zulässig.

Dementsprechend sehen auch 58 Prozent der Lehrer viel Nachbesserungsbedarf bei der Getrennt- und Zusammenschreibung. Auch bei der Groß- und Kleinschreibung wünschen sich 49 Prozent der Pädagogen noch viele Änderungen. Die restlichen neuen Regeln sind bei ihnen weitgehend unumstritten. (apa)