Rechnungshof rügt Wiener Wohnen

Kritik an langer Dauer der Neuorganisation und mangelnder Aufsicht bei Wohnungssanierungen

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Der über vier Jahre dauernde Umstrukturierungsprozess habe ein Nebeneinander von alten und neuen Strukturen bewirkt, was zu unklar definierten Schnittstellen und mangelnder Abstimmung geführt habe, bemängelt das Prüforgan. In einer Stellungnahme rechtfertigt sich Wiener Wohnen damit, dass eine Umstrukturierung, "die nachhaltigen Erfolg verzeichnen soll" eine gewisse Zeit erfordere. An den Gewinnen, die Wiener Wohnen seit 2014 verzeichne, sei abzulesen, "dass die Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll gewesen" seien.

In dem Prüfbericht, der die Jahre 2011 bis 2015 umfasst, wird auch der mutmaßliche Betrug durch Handwerksbetriebe bei der Sanierung von Gemeindewohnungen thematisiert. Die städtische Hausverwaltung habe die Aufgaben der Örtlichen Bauaufsicht nur stichprobenartig und lückenhaft wahrgenommen, kritisiert der Rechnungshof. Das habe zu einer "mangelnden Ausführungsqualität und einem hohen Ausmaß an möglichen Fehlverrechnungen geführt". Den Schaden beziffert der RH für den Zeitraum 2012 bis 2014 mit mindestens 65 Mio. und möglicherweise sogar 121 Mio. Euro.

Auch mit der Sanierung ganzer Wohnhausanlagen beschäftigte sich der Rechnungshof. Dabei stellte er fest, dass Wiener Wohnen erst 2013 begonnen habe, "eine zentralisierte und strategische Herangehensweise in Bezug auf die Instandhaltung der Wohnungsanlagen zu entwickeln".

Die zu sanierenden Wohnhausanlagen seien in der Vergangenheit auf Basis veralteter Objektauswahlen und nicht auf Basis unternehmensweit gültiger, objektiver Auswahlkriterien festgelegt worden. Mittlerweile habe Wiener Wohnen mit der Einführung des "Portfoliomanagements" allerdings eine umfassendere Grundlage für Sanierungsentscheidungen entwickelt, lobte der RH.

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