Rechnungshof-Kritik an Wr. Krankenkasse: Nicht nur Politik schuld an ihrer Geld-Misere

Weitere Gründe für Minus: Große Tarifunterschiede Großes Sorgenkind: Wiener Hanusch-Krankenhaus

Rechnungshof-Kritik an Wr. Krankenkasse: Nicht nur Politik schuld an ihrer Geld-Misere

Es sind nicht nur die von der Politik vorgenommenen Maßnahmen, die das hohe Defizit der Wiener Gebietskrankenkasse hervorrufen. Im aktuellen Rechnungshof-Bericht, der nur in Auszügen wahrnehmbar war, wird auch harte Kritik der Prüfer an der GKK geübt. Den Belastungen der Kasse durch Maßnahmen des Bundes stehen auch Entlastungen seitens der Regierung gegenüber.

Laut RH-Bericht wirkten sich gesetzliche Maßnahmen auf die finanzielle Situation der WGKK im Vorjahr zwar mit 107 Mio. Euro negativ aus. Dem gegenüber stehen aber Initiativen, die der Kasse Millionen zur finanziellen Absicherung gebracht haben. Hauptausschlaggebend dafür seien die Arzneimittelpakete sowie das Finanzierungspaket im Zuge des Finanzausgleichs, von dem erstmals die Krankenversicherungs-Träger im Ausmaß von etwa 140 Mio. Euro profitierten, so das Gesundheitsministerium zur APA.

Hinzu kam die Angleichung des Beitragssatzes von Arbeitern und Angestellten sowie der Zusatzbeitrag für Freizeitunfälle und die Beitragsanhebung für die Pensionisten. Die Höchstbemessungsgrundlage wurde erst 2005 im Ausmaß von 5,2 Prozent erhöht.

Gründe für "rote Zahlen"
Weitere Gründe für das Minus der WGKK: Im Vergleich zur ebenfalls geprüften oberösterreichischen Kasse gibt es große Tarifunterschiede. Alleine 28 Mio. Euro hätten sich durch höhere Preise für gleichartige Leistungen ergeben. So wird beispielsweise die Augendruckmessung von der WGKK mit 9,60 Euro vergütet, bei der OÖGKK mit 2,74 Euro.

Sorgenkind: Wiener Hanusch-Krankenhaus
Mit Sorge betrachtet wird auch das Wiener Hanusch-Krankenhaus. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf 140 Mio. Euro. Der Betrieb belastet die Kasse dabei mit 41 Mio. Euro pro Jahr, der Ausgleichsfonds der Kassen steuert 30 Mio. bei, folglich bleibt eine Belastung von 11 Mio. im Jahr. (apa/red)