Rechnungshof-Ausschuss zu BAWAG: Wenig Redefreude bei Elsner, Zwettler & Weninger

Einzig Ex-ÖGB-Chef Verzetnitsch beantwortete Fragen NEWS-EXKLUSIV: Geheime Protokolle - Flöttl & Elsner

Überwiegend Schweigen war das Motto bei der Sitzung des Rechnungshof-Unterausschusses im Parlament zur Causa BAWAG: Die als Auskunftspersonen geladenen Ex-BAWAG-Chefs Helmut Elsner und Johann Zwettler sowie Ex-BAWAG-Aufsichtsratschef und Ex-ÖGB-Finanzchef Günter Weninger enthielten sich unter Verweis auf gegen sie laufende Ermittlungen der Justiz der Aussage. Lediglich Ex-ÖGB-Chef und Ex-SPÖ-Abgeordneter Fritz Verzetnitsch stand den fragenden Abgeordneten Rede und Antwort.

Die Sitzung selber dauerte rund viereinhalb Stunden und fand hinter verschlossenen Türen statt. Unter großem Medienandrang waren die vier als Auskunftspersonen Geladenen im Parlament erschienen. Dabei gaben sie sich gegenüber den wartenden Journalisten wortkarg: Elsner sprach kein Wort, Weninger erklärte er wolle sich nicht äußern, Zwettler sagte nur "Kein Kommentar". Verzetnitsch betrat mit steinerner Miene den Saal. Elsner fühlte sich dann anscheinend durch das Medieninteresse gestört und fragte beim Ausschussvorsitzenden, ob die Fotorunde vor Beginn der Sitzung nun wirklich sein müsse.

Ex-ÖGB-Chef Verzetnitsch habe in der Befragung verteidigt, dass der ÖGB für seine Bank eine Haftung übernommen hatte, hieß es am Rande des Ausschusses. Dabei habe der ehemalige Gewerkschaftschef auch darauf hingewiesen, dass er in der damaligen Lage dem BAWAG-Vorstand vertraut habe und ihn deswegen nicht abberufen ließ. "Nichts Neues" seien Verzetnitschs Aussagen gewesen, so mehrere Abgeordnete. Die drei anderen Auskunftspersonen hätten zu Sitzungsbeginn lediglich erklärt, sie würden sich im Hinblick auf die gegen sie laufenden Ermittlungen der Aussage entschlagen. Trotz des überwiegenden Schweigens der Auskunftspersonen habe er jedenfalls "körpersprachlich" viel erfahren, sagte der BZÖ-Abgeordnete Detlef Neudeck. "Nur jener schweigt, der etwas zu verbergen hat", meinte der VP-Abgeordnete Werner Amon.

(apa/red)