Krieg in Libyen

Rebellen offiziell anerkannt

Der Übergangsrat erhält eine offizielle Einladung von US-Präsident Barack Obama

Krieg in Libyen - Rebellen offiziell anerkannt © Bild: Reuters/Bensemra

Die Aufständischen des Gaddafi-Regimes in Libyen haben eine Einladung von US-Präsident Obama zur Eröffnung einer Vertretung in Washington angenommen. Er habe dem Nationalen Übergangsrat in der Rebellenhochburg Benghazi die Einladung übermittelt und freue sich, dass der Rat das Angebot angenommen habe, sagte US-Diplomat Feltman. Die NATO flog erneut eine Serie von Angriffen auf Tripolis.

Der US-Staatssekretär für den Nahen Osten, Feltman, überbrachte den Rebellen die Einladung während eines Besuchs in Benghazi, bei dem er auch den Präsidenten des Übergangsrats, Mustafa Abdel Jalil, traf. Bei einer Pressekonferenz sagte Feltman auf die Frage, ob die USA die Rebellen als legitime Regierung Libyens betrachteten, der Übergangsrat sei de facto der einzige Gesprächspartner der USA.

"Es gibt diplomatische und politische Beziehungen, einen Dialog mit den Mitgliedern des Rats, die als glaubwürdige und legitime Vertreter des libyschen Volkes betrachtet werden", sagte Feltman. Machthaber Muammar al-Gaddafi dagegen habe alle Legitimität zur Führung des Landes verloren und müsse umgehend die Macht abgeben, sagte Feltman.

Österreich setzt auf die Rebellen
Auch Österreich akzeptiert den Übergangsrat und seine Vertreter als legitime Ansprechpartner; Machthaber Gaddafi habe sein Legitimation verloren, hieß es aus dem Außenministerium. In Sachen Anerkennung verwies Außenamts-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal darauf, dass man lediglich Staaten nicht aber Regierungen anerkenne. Man begrüße die Eröffnung des EU-Verbindungsbüros in Benghazi am Sonntag.

Die NATO flog am Dienstag in der Früh erneut eine Serie von Luftangriffen auf Tripolis. Das Bombardement begann um 01.00 Uhr und dauerte mehr als eine halbe Stunde, wie ein AFP-Reporter berichtete. In der Gegend um die Residenz Gaddafis im Viertel Bab al-Aziziyah waren mehr als 15 starke Explosionen zu hören. Regierungssprecher Moussa Ibrahim sagte, die NATO habe zwölf bis 18 Angriffe auf Kasernen der Volksgarde geflogen. Diese seien aber leer gewesen. Die libysche Volksgarde besteht aus Freiwilligen, welche die Armee unterstützen.

(apa/red)