Reals Schuster stinkesauer auf den Schiri:
"Verdient nicht, mein Landsmann zu sein"

Chelseas Ballack von Olympiakos Piräus beeindruckt Schalkes "King Kuranyi" nach 1:0-Sieg zuversichtlich

Reals Schuster stinkesauer auf den Schiri:
"Verdient nicht, mein Landsmann zu sein" © Bild: Reuters/Charisius

Die 1:2-Niederlage des spanischen Spitzenclubs Real Madrid im ersten Schlager der Fußball-Champions-League beim AS Roma hat Real-Coach Bernd Schuster zu herber Kritik an Schiedsrichter Herbert Fandel veranlasst. Der Deutsche sprach Fandel gar das Recht ab, sein Landsmann zu sein.

"Der Referee hat es nicht verdient, mein Landsmann zu sein", sagte Schuster nach spanischen Presseberichten. "Fandel war ein Heimschiedsrichter. Er war bei den Fouls einseitig und zeigte unseren Fußballern Gelbe Karten für Vergehen, die er auf der Gegenseite durchgehen ließ." Schuster betonte freilich, Fandel nicht für Reals Niederlage verantwortlich machen zu wollen.

"Er hat mir jedoch überhaupt nicht gefallen", ärgerte sich Schuster. "Fandel pfiff ziemlich schlecht. Aber das tut er auch in der Bundesliga." Dies wisse er, weil er sich häufig Bundesligaspiele im Fernsehen anschaue, betonte der Real-Trainer. Die spanische Presse sah die Sache freilich differenzierter. "Fandel war ein korrekter Schiedsrichter", meinte das Sportblatt "Marca". "Ein Fehler allerdings war, dass er Reals Mittelfeldspieler Mahamadou Diarra nicht vom Platz gestellt hat."

Kritik an Chelsea-Aufstellung
Nicht plangemäß verlief der Abend auch für Chelsea, das bei Olympiakos Piräus über ein 0:0 nicht hinauskam. Für Michael Ballack, Star der Engländer, ist das Duell vor dem Heim-Rückspiel denn auch noch "gefährlich ausgeglichen". "Ich erwarte weitere sehr schwere 90 Minuten, weil sie gezeigt haben, war für ein starkes Team sie sind", warnte der Deutsche, der im Mittelfeld einen schweren Stand hatte.

Englands Medien zeigten sich durchwegs enttäuscht von der Vorstellung Chelseas, Trainer Avram Grant wurde nicht zuletzt die Personal-Auswahl angekreidet. So standen etwa die englischen Teamspieler John Terry und Frank Lampard zum ersten Mal seit vier Jahren - vorausgesetzt sie waren fit - nicht in der Startformation.

"Fragen sie Materazzi"
Glücklicher agierte das zweite "Insel-Team" Liverpool, das dank zweier später Treffer von Kuyt und Gerrard Inter Mailand mit 0:2 nach Hause schickte. Auch an der Anfield Road stand der Unparteiische im Mittelpunkt, der Belgier De Bleeckere schickte Inter-Verteidiger Materazzi schon nach einer halben Stunde mit Gelb-Rot vom Platz und brachte die Offensivbemühungen der Gäste damit ins Stocken. "Ich denke, beide Karten waren hart", monierte Inters Präsident Massimo Moratti. Stürmer Zlatan Ibrahimovic sah die Sache etwas anders: "Wie war's? Das müssen sie Materazzi fragen."

Die Italiener dürfen sich nach der 0:2-Niederlage bei Liverpool immerhin an der historischen Statistik wieder aufrichten. Der letzte Erfolg gegen die Engländer datiert aus dem Jahr 1965, als man das Meistercup-Halbfinale nach einem 1:3 an der Anfield-Road noch mit 4:3 für sich entschied. Trainer Roberto Mancini glaubt an eine Wiederholung dieses Coups: "Wir müssen mit 3:0 gewinnen. Diese Mannschaft kann das schaffen. Manchmal wiederholt sich die Geschichte."

"King Kuranyi" zuversichtlich
Deutschlands einziger noch in der Königsklasse verbliebener Verein, Schalke, darf nach dem 1:0-Heimsieg über Porto mit dem Aufstieg spekulieren. Das frühe Tor von DFB-Stürmer Kuranyi lässt die "Knappen" vom Viertelfinale träumen, "King Kuranyi" ("Bild") selbst gab sich überzeugt: "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, viel Druck gemacht und uns viele Chancen erarbeitet. Die zweite Halbzeit war dann deutlich schwerer, aber wir haben hinten gut gestanden. Dadurch haben wir jetzt eine gute Möglichkeit auf das Viertelfinale." (apa/red)