Real zündelt weiter vor Clasico Nummer 4:
Rassismus-Vorwürfe gegen Sergio Busquets

Reals Marcelo angeblich als "Affen" beschimpft Mourinho auch mit nächstem Referee unzufrieden

Real zündelt weiter vor Clasico Nummer 4:
Rassismus-Vorwürfe gegen Sergio Busquets © Bild: GEPA/Largo

Die Stimmung vor dem Rückspiel im Champions League-Halbfinale zwischen Barcelona und Real Madrid ist ohnehin schon extrem aufgeheizt: Und nun gießt Real mit Rassismus-Vorwürfen weiteres Öl ins Feuer. Barca-Mittelfeldspieler Sergio Busquets habe den dunkelhäutigen Real-Verteidiger Marcelo als "Affen" beschimpft, behauptet Mourinho-Assistent Aitor Karanka, wie die Londoner "Times" berichtete.

Barcelona weist die Vorwürfe zurück, Xavi bezeichnet die Beschwerden Reals bei der UEFA als "lächerlich". Die Antwort aus Madrid: Der Club postet Videos auf seiner offiziellen Website, auf denen vermeintliche Schwalben der Katalanen sowie der Vorfall zwischen Busquets und Marcelo zu sehen sein sollen. Jose Mourinho selbst hat sich zu diesem Vorfall bislang noch nicht geäußert.

Sein Assistent Karanka legte jedenfalls nach: "Ich glaube, die UEFA ist eine Organisation, die T-Shirts mit "Respekt" und "Fair Play" hat. Aber es werden Spieler auf dem Platz sein, die diese Dinge nicht respektieren", so der Mourinho-Assistent. Und weiter: "Es gab rassistische Beschimpfungen von Spielern, die die Hand vor ihrem Mund hatten. Wir möchten nicht, dass diese Spieler am Platz stehen. Aber die UEFA hat diese Spieler nicht gesperrt und jetzt ist das Spiel zweitrangig, es ist in den Hintergrund geraten. Wir sagen immer wieder, dass es unterschiedliche Standards gibt."

Pep Guardiola hat langsam genug
"Ich glaube, wir haben genug davon, gegen Madrid zu spielen", glaubt der Barcelona-Coach. Außerdem verteidigte Guardiola seine Spieler: "Wenn Real diese Vorwürfe macht, dann glauben sie, dass es stimmt. Aber das heißt nicht, dass es wirklich so ist. Vierzehn von zwanzig Spielern in unserem Kader sind in diesem Haus groß geworden und alle respektieren die Regeln dieses Hauses", ist Guardiola von der Unschuld seiner Spieler überzeugt.

Wo Jose Mourinho das Spiel verfolgen wird, ist nicht bekannt. Der Portugiese, nach dem Hinspiel gesperrt, wird möglicherweise eine eigene Box im Nou Camp-Stadion bekommen. Allerdings sprechen Sicherheitsbedenken dagegen. Außerdem muss der Real-Trainer mit einer bis zu sechs Spiele dauernden Sperre rechnen, wenn am Freitag die UEFA Disziplinar-Kommission tagt.

Schiedsrichter-Kritik schon im Vorfeld
Das Rückspiel in Barcelona wird vom belgischen Schiedsrichter Frank De Bleeckere geleitet. Das ist einer der Schiedsrichter, die Mourinho nach der 0:2-Niederlage im Heimspiel namentlich kritisierte: "Wenn ich zum Schiedsrichter und zu der UEFA das sage, was ich denke und fühle, würde meine Karriere heute enden. Stattdessen will ich nur eine Frage stellen, die mir hoffentlich eines Tages beantwortet werden wird: Warum? Warum Övrebö? Warum Busacca? Warum De Bleeckere? Warum Stark?"

Dass De Bleeckere auf die Vorwürfe nicht reagieren wollte, wird Jose Mourinho wohl wenig interessieren. Auch die scharfe Kritik vom Schweizer Teamchef Ottmar Hitzfeld, der die Taktik von Real im Hinspiel als "Schande" bezeichnete und den Portugiesen als "arrogant, unnahbar, irgendwie flegelhaft" charakterisierte, wird den Real-Trainer kaum beschäftigen.

(red)