Reaktor in Temelin ist schon wieder hin:
AKW wird nach Panne vom Netz genommen

Zwischenfall ereignete sich im nicht atomaren Teil Schadhafte Turbine könnte Probleme verursachen

Das südböhmische Atomkraftwerk Temelin hat einen weiteren Zwischenfall gemeldet. Heute früh sei es zu einer automatischen Abschaltung des ersten Reaktorblocks gekommen, teilte AKW-Sprecher Marek Svitak mit. Der Grund war ein Ausfall einer Zirkulations-Pumpe im nicht atomaren Teil des Kraftwerks.

Die Panne sei durch einen Fehler bei der geplanten Wartung der Pumpe verursacht worden. Das Kontrollsystem habe den Block automatisch vom Netz genommen und abgeschaltet. Die Stromlieferungen aus dem ersten Block sollten noch heute wieder aufgenommen werden, so Svitak. Der zweite Block laufe ungestört weiter.

Der Anti-Atom-Beauftragte des Landes Oberösterreich, Radko Pavlovec, vermutete Probleme mit der Turbine als Ursache für die Abschaltung des Reaktorblocks. "Die Turbinen des AKW Temelín - ungeprüfte Prototypen - sind offensichtlich am Ende", so Pavlovec. Er erinnerte daran, dass es im Vorjahr zu einer Beschädigung der Rotoren im Niederdruckteil der Turbine gekommen sei. Der Block sei daraufhin vier Monate stillgestanden. Nach Angaben des Anti-Atom-Beauftragten erreicht der Schaden der erzwungenen Produktionsausfälle bereits astronomische Höhen. "Das Projekt Temelín wird immer mehr zu einem technischen und ökonomischen Desaster."
(apa/red)