Reaktionen der Glaubensgemeinschaft: Setzen auf eine innerislamische Aufklärung

Radikale Wurzeln müssen früh ausgemerzt werden Auskünfte über "Minister-Personenschutz" verweigert

Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) setzt im Zusammenhang mit dem jüngst aufgetauchten Droh-Video auf "innerislamische Aufklärung". Islamistische Tendenzen müsse man in Schulen und bei Predigten "theologisch aushebeln", so IGGiÖ-Mediensprecherin Carla Amina Baghajati zur APA. Im Fall des Videos selbst hofft man auf rasche Aufklärung und distanziert sich klar von den Drohungen.

Baghajati sieht auch im Bereich der IGGiÖ die Möglichkeit, präventiv gegen derartige Botschaften von Islamisten vorzugehen. "Man muss im Unterricht die Dinge so darstellen, dass sie entzaubert werden und keine Verführbarkeit entsteht." Diese "Selbstreinigung" funktioniere bereits sehr gut, wenn eine solche Aufklärung in den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen stattfindet.

Im Bereich der Vorbeugung gegen islamistische Tendenzen wünscht sich Baghajati, dass man mit der Regierung "Hand in Hand" arbeitet und Projekte fördert. "Es gibt innovative Ideen", so die IGGiÖ-Sprecherin, die derzeit ein Projekt des Verfassungsschutzes im deutschen Nordrhein-Westfalen prüft. Dort soll ein Comic Aufklärung unter jungen Muslimen schaffen, der deren Alltagsprobleme zum Thema macht sowie deren Umgang mit der Religion.

Personenschutz für Minister
Innenministeriums-Sprecher Rudolf Gollia wollte auf Anfrage der APA keinerlei Auskunft über einen etwaigen Personenschutz für Regierungsmitglieder wegen des islamischen Droh-Videos geben. Sowohl was einzelne Minister betrifft, als auch, wie ein solcher Personenschutz ausschauen könnte. "Das machen wir nie öffentlich, allein schon aus grundsätzlich polizeitaktischen Überlegungen". Gollia verwahrte sich auch dagegen, von Droh-Video zu sprechen, "ich sage bewusst Videobotschaft".

Kritik gab es von Gollia an den "Sicherheitsbeauftragten" in den Ministerien. "Kurze Zeit, nachdem wir das Mail an die Ministerien geschickt haben, ist dieses Mail in einer Zeitungsredaktionen aufgelegen. Das ist nicht sehr vertrauensvoll". Auf die Frage, warum man die Verständigung nicht schon früher gemacht habe, sagte Gollia, "wir haben das ja auch bewertend und analysieren müssen. Also wie man das ganze einschätzt. Und wir haben das nach unserer Einschätzung wirklich rechtzeitig weitergegeben".

Kontakt mit Deutschem Bundeskriminalamt
Jedenfalls gebe es ständigen Kontakt mit dem Deutschen Bundeskriminalamt. "Es gibt einen ständigen Abgleich unserer Erkenntnisse". Aber es gebe derzeit keine Neuigkeiten. Österreich teile die Ansicht des deutschen Innenministers Lothar Schäuble, dass sich die Sicherheitslage nicht verändert habe. Und dass sich ein Staat, ein Gemeinwesen, nicht unter Druck setzen lassen dürfe.

(apa/red)