Raucht bald türkische Friedenspfeife? Alonso und Hamilton sollen ihr Kriegsbeil begraben

Mercedes-Boss Haug kündigt "Friedensgipfel" an Räikkönen: Kenne jetzt Unterschiede zwischen Teams

Die McLaren-Streithähne Fernando Alonso und Lewis Hamilton sollen in der Türkei das Kriegsbeil endlich begraben. Die silberne Teamführung will noch vor dem zwölften WM-Lauf in Akfirat bei Istanbul einen "Friedensgipfel" einberufen. "Wir werden uns alle in der Türkei zusammensetzen und die Lage besprechen", kündigte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in der Fachzeitschrift "auto, motor und sport" an.

Ex-McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen, der im Winter zum Erzrivalen Ferrari gewechselt war, goss jedenfalls noch vor diesem klärenden Gespräch Öl ins Feuer. "Wir haben eine solch gute Harmonie im Team. Jetzt kenne ich den Unterschied, ein Ferrari- oder ein McLaren-Fahrer zu sein", betonte Räikkönen. "Wir können größeres Risiko gehen als die McLaren-Burschen", sagte der Finne. "Sie haben viel mehr zu verlieren."

In der Tat, führen die Silberpfeile doch sowohl in der Fahrer- als auch in der Konstrukteurswertung vor der Scuderia aus Maranello. Und nachdem die stallinterne Auseinandersetzung zuletzt in Ungarn mit Alonsos Boxen-Blockade gegen WM-Spitzenreiter Hamilton eskaliert war, darf man nun gespannt sein, ob sich die Situation zwischen den beiden Teamkollegen in der knapp dreiwöchigen Sommerpause entspannt hat.

Alonso will auf jeden Fall mit einem Sieg in seinem 100. F1-GP Kurs auf seinen dritten WM-Titel en suite nehmen. Derzeit hat der Spanier sieben Punkte Rückstand auf Hamilton. "Ich habe in den bisherigen zwei Rennen in der Türkei jeweils den zweiten Platz belegt, diesmal will ich auf dem Podium ganz oben stehen", lautete die Kampfansage des 26-jährigen Asturiers.

"Es gibt nichts auf diesen Kursen, was gegen uns spricht."
Trotzdem hofft Ferrari auf die große Wende in der WM. Die nächsten Strecken - nach der Türkei stehen die Rennen in Monza und Spa an - würden dem roten Renner liegen, meinte Räikkönen. "Es gibt nichts auf diesen Kursen, was gegen uns spricht." Die eigenen Möglichkeiten optimal auszuschöpfen und auf Fehler der Konkurrenz zu hoffen, lautet deshalb die Strategie des 27-Jährigen.

Sein Teamkollege Felipe Massa hofft dagegen auf ein Deja-Vu. "Im letzten Jahr habe ich hier meinen ersten Sieg gefeiert. Die Erinnerung ist noch frisch, und ich hoffe wirklich, dass ich das wiederholen kann", meinte der Brasilianer.

Sollten Räikkönen und Massa in der Türkei aber keinen Boden gut machen können, ist die WM für die Scuderia so gut wie gelaufen. Nur eine Entscheidung gegen McLaren-Mercedes in der Spionageaffäre vor dem Berufungsgericht des Internationalen Automobilverbandes (FIA) am 13. September könnte Ferrari dann wohl noch die erhofften Titel bringen, liegen der Skandinavier und der Südamerikaner doch bereits 20 bzw. 21 Zähler hinter Hamilton.
(apa/red)