Rauchgasvergiftung: Kohlenmonoxid führt
zum schleichenden Tod durch Erstickung

Symptome: Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schwindel Kohlenmonoxid: Gefährliches farb- & geruchlose Gas

Der Tod kommt schleichend oder binnen Minuten: Rauchgasvergiftungen gehören zu den häufigsten Folgen von Bränden und Unfällen. Was so gefährlich ist: Das im Feuer entstehende und über die Lunge vom Körper aufgenommene Kohlenmonoxid bindet am Sauerstofftransportmolekül des Blutes - dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin - 300 Mal stärker als Sauerstoff. Das führt zum Ersticken.

Brand und Schwelgase bestehen zum größten Teil aus Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO2). Kohlendioxid ist vergleichsweise weniger gefährlich: Zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Ohrensausen, Schwindel, Blutdruckanstieg und Kurzatmigkeit kommt es erst bei einem CO2-Anteil von drei bis zehn Prozent. Zehn bis 15 Prozent Anteil führen zur Bewusstlosigkeit, Krämpfen und Schock. Sind in der Atemluft mehr als 15 Prozent Kohlendioxid enthalten, sind Schlaganfall-ähnliche Symptome die Folge.

Zum Vergleich: Die normale Atemluft enthält rund 20 Prozent Sauerstoff, für eine Vergiftungsgefahr muss also ein wesentlicher Teil des Sauerstoffs durch das CO2 "verdrängt" worden sein.

Viel gefährlicher ist das Kohlenmonoxid: Das farb- und geruchlose Gas kommt - im Falle von chronischen Vergiftungen (defekte Gasheizungen etc.) "schleichend" oder bei Brandkatastrophen so massiv, dass die Folgen fatal sind.

Der Mechanismus der Kohlenmonoxidvergiftung: Das CO blockiert im Hämoglobin das vorhandene zweiwertige Eisen, indem es den Sauerstoff verdrängt. Durch die 300 Mal stärkere Bindungsfähigkeit des CO an das Hämoglobin als der Sauerstoff reichen schon 0,066 Volumsprozent an Kohlenmonoxid aus, um die Hälfte der Hämoglobinmoleküle im Blut für den Sauerstofftransport auszuschalten. (APA/red)