Rauchen macht vergesslich: Zigaretten- automaten Sammelstelle für Bank-Karten

Altersidentifikation bringt Raucher um ihr "Plastik" Überforderung durch "Multitasking" als eine Ursache

Rauchen macht vergesslich: Zigaretten- automaten Sammelstelle für Bank-Karten

Rund sieben Millionen Bankomatkarten erleichtern Herrn und Frau Österreicher den täglichen Zahlungsverkehr. Zusatzfunktionen, wie die mit 1. Jänner 2007 eingeführte Altersidentifikation durch Zigarettenautomaten, bergen aber auch Tücken: Oft wird die Karte im Automaten vergessen, was einerseits die Maschinerie des Fundwesens in Betrieb setzt, anderseits für die Vergesslichen mit kostspieligen Folgen verbunden sein kann. Auffallend: Am Land vergisst man weniger auf die Karten als in der Stadt.

Es komme praktisch täglich vor, dass gefundene Bankomatkarten bei ihm abgegeben werden, berichtete der Filialleiter einer Grazer Bank Austria-Filiale. Von drei bis zehn abgegebenen Karten pro Standort und Monat weiß man bei der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, bei der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG sind es weniger. Auch seitens der Trafikanten heißt es, dass täglich ein bis zwei Karten aus den rund 1.100 Tabakabgabegeräten in der Steiermark gefischt werden. Beim Fundbüro des Magistrat Graz fallen insgesamt zehn bis 15 pro Woche an, die aber nicht alle aus "Glimmstängelspendern" stammen müssen. Eher selten finden die Fundstücke den Weg zur Karten-Gesellschaft Paylife Bank. "Wir ersuchen die Trafikanten, die Karten bis Ende des nächsten Tages aufzuheben, für den Fall, dass sich der Besitzer noch meldet", erklärte Sprecherin Angela Szivatz.

Bankomatkarte im Geldschlitz
Ein Grund für die Vergesslichkeit - die bei Männern und Frauen zumindest in diesem Bereich ausgewogen scheint - sei das sogenannte "Multitasking", meinte Maximilian Ulrich, Pressereferent der Sicherheitsdirektion Steiermark. So müssten die Nutzer sich mit der Karte identifizieren, wenn aber der Quickchip nicht aufgeladen sei, erfolge die die Bezahlung in bar. Möglicherweise werde dabei noch am Handy telefoniert oder der Benutzer ist sonst wie abgelenkt. "Es ist schon vorgekommen, dass Personen die Karte in den Papiergeldschlitz gesteckt haben und die Trafikantin dann mitten in der Nacht mit der Pinzette helfen musste", schilderte Andreas Marketz, Leiter der Monopolverwaltung für Steiermark und Kärnten, Folgen dieser Überforderung. Auch sei das Verhältnis Stadt zu Land unterschiedlich - in der Stadt scheinen die Menschen vergesslicher.

Vergesslichkeit ist teuer
Auf diese Vergesslichen wartet meist ein "Brenner" in der Brieftasche: Für die Sperre der Karte werden 36 Euro berechnet, ein neues Stück Plastik kostet 25 Euro. Aber auch die ehrlichen Finder haben es nicht immer leicht: Seit 2003 ist die Polizei für Fundgegenstände nicht mehr zuständig - nur der Gefälligkeit halber nehmen die Uniformierten die Karten entgegen, rufen die Verlustträger direkt an oder leiten sie an die ausstellende Bank weiter. Die für das Fundwesen nun zuständigen Gemeindeämter und Magistrate bieten - ohne einheitliche Regelung - außerhalb der Amtszeiten Abgabestellen wie Postkasten oder Kontaktnummern an.

(apa/red)