Umfrage von

Rauchen soll als Freizeit gelten

Mehrheit der NEWS.AT-User stimmt gegen Rauchpausen auf Kosten der Arbeitszeit

Rauchpause während der Arbeitszeit © Bild: Thinkstock.de

Müssen Raucher bald länger im Büro bleiben als ihre Nichtraucher-Kollegen? Geht es nach der Industrie, dann sollen Rauchpausen künftig als Unterbrechung der Arbeitszeit gerechnet werden. Die fehlenden Minuten müssten also wieder eingearbeitet werden. Eine Idee, die laut Umfrage die Mehrheit der NEWS.AT-User befürwortet.

THEMEN:

60,17 Prozent sind dafür, dass Rauchpausen künftig als Freizeit gerechnet werden. Die Tatsache, dass Raucher der Firma mehr Geld kosten und Nichtraucher keine zusätzlichen Pausen haben, ist für die Mehrheit der User Grund genug, um für eine neue Regelung zu stimmen.

Rauchpausen kosten Arbeitgeber

Dass einem Unternehmen durch Rauchpausen tatsächlich höhere Kosten entstehen, hat eine im Juni veröffentlichte US-Studie belegt. Im Durchschnitt kostet ein Raucher rund 6.000 Dollar (4.612,55 Euro) mehr im Jahr als ein Nichtraucher.

35,09 Prozent sprachen sich laut Umfrage gegen die Forderung der Industrie aus. Raucher sollen ihrer Meinung nach weiterhin Pausen machen können, ohne dass es als Freizeit angesehen wird. Für 4,73 Prozent ist die Rauchpausen-Debatte nicht relevant. Insgesamt wurde 1.838 Mal abgestimmt (Mehrfach-Abstimmungen waren möglich).

Umfrage

Sollen Rauchpausen künftig als Unterbrechung der Arbeitszeit gerechnet werden?

  • Ja.
    60,17%
  • Nein.
    35,09%
  • Ist mir egal.
    4,73%

Absage von Gewerkschaften

Aufgetaucht ist die Forderung während der Kollektivvertragsverhandlungen der Metaller. Die Gewerkschaften halten den Vorschlag der Industrie für eine Schnapsidee. "Ich nehme das nicht ernst", äußerte sich auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer zu der Diskussion.

Auch die FPÖ zweifelt an einer ernsthaften Umsetzung: "Wie will der Arbeitgeber die Rauchpausen der Arbeitnehmer kontrollieren", fragte der Bundesobmann der Freiheitlichen Arbeitnehmer, Bernhard Rösch, in einer Aussendung. Für ihn ist der Vorschlag lächerlich: "Wollen die Arbeitgeber als nächstes vielleicht auch noch Toilettenpausen von der Arbeitszeit abziehen?"

Kommentare

Ivoir
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Es geht doch wohl wirklich nicht um die paar Minuten. Verständlich, die Industrie sucht verzweifelt unter dem Vorwand Produktivität, die Arbeitskraft zu forcieren. Jede Minute kostet Geld. Dieses Theater, mehr ist es nicht, fördert nur die Monotonie und Unzufriedenheit. Nur ein zufriedener Mitarbeiter bringt auch eine Topleistung.

Ivoir
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Die Nachwehen dieser Minutenklauberei, werden deshalb andere Ausfallzeiten und vermehrt Krankenstände bedeuten. Als ehemaliger Raucher, sehe ich auch heute noch keinen Unterschied, ob ein Nichtraucher oder Raucher eine Kaffeeepause macht.

Es steht jeden Arbeitnehmer bei einer ununterbrochenen Bildschirarbeit von 50 min eine 10minütige Pause zu, laut Gesetz. Das ist egal ob er Raucher oder Nichtraucher ist. Ob der Mitarbeiter die 10 minuten zum Essen nützt oder sich einfach die Beine vertritt ist jeden selbst überlassen. Verstehe nicht was das mit den 3x10 min Pause bedeuten soll obwohl beide ja den Gesetzlichen Anspruch haben.

Urlauber2620

Wenn 2 Autofahrer von Wien nach Salzburg mit gleicher Geschwindigkeit fahren und einer der Beiden 3x 10 Minuten Pause macht wird er auch um 30 Minuten später ankommen.Genauso verhält es sich mit den Rauchern und aus diesem Grunde sollten diese die Pausen nacharbeiten.

Tatsache ist es kostet Zeit und ob Kommunikation wirkungsvoll für den Betrieb ist hängt vom Betrieb ab. In einem Handelshaus eher selten, bei uns in der IT sicherlich kein Problem. Also sollen sich die Betriebe das mit den Mitarbeitern ausmachen, fertig.

natürlich nacharbeiten !raucher müßten bis 70 arbeiten !!!denn ein geselchtes hält länger !!!

Hmm...Raucher sind erfahrungsgemäß sehr kommunikativ, arbeiten in ihren Rauchpausen weiter und tauschen sich mit anderen Mitrauchern und auch Nichtrauchern z.B. über mögliche Lösungen eines Problem aus. Sozusagen arbeiten sie in ihren Pausen weiter und betreiben Network. Der erhöhte Verwaltungsaufwand, wird allen MA verdeckt und pauschal in Rechnung gestellt.... Aber stimmt- lohnt sich sicher!

wenn alle eine Pause machen ist das OK, wenn es nur die Raucher tun, dann ist es ungerecht den Nichtrauchern gegenüber. Vorschlag ist einfach ok. Wer in der Arbeitszeit raucht, muss halt hintennach länger arbeiten.

powervomland melden

Mit 60 % ist ja wohl alles klar. Warum sollen NR die Pausen der R quersubventionieren?

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Und wer misst den Leerlauf der Nichtraucher, die nicht raus müssen? Was wenn ein Nichtraucher zur eher gemütlicheren Sorte von Menschen zählt und für die gleiche Arbeit 10 Minuten länger braucht als ein anderer? Wie wollens denn die Arbeitsintensität generell messen?

Und wissen, es gab da von den Amis auch mal ne Studie, in der der reale Arbeitszeitverlust von Frauen die die Mestruation hatten nachgewiesen werden sollte, weil die öfter das WC aufsuchten. Was da alles so kommt aus dem Land of the free and the brave, erstaunt mich also nicht mehr.
Aber mit den 60% ist für mich zumindest klar, wie dünn die Schicht der Toleranz auch bei Österreichern ist. Dass die Amis von Zeit zu Zeit einen fundamentalistischen Anfall kriegen und irgendeine Art von Prohibition einführen (und dann mehr vom Verbotenen konsumieren als vorher)
ist eine sich wiederholende Lachnummer der Geschichte, aber in diesen Breiten würde ich mir doch etwas weniger religiösen Eifer und mehr Abgeklärtheit erwarten.

gentlemann0815 melden

Nach jeweils 50 Minuten ununterbrochener Bildschirmarbeit muss eine in die Arbeitszeit einzurechnende (= bezahlte) Pause oder ein entlastender Tätigkeitswechsel im Ausmaß von jeweils mindestens 10 Minuten eingelegt werden. Ob das der Arbeitnehmer mit einer Rauchpause nützt oder was Isst oder einfach mal frische Luft schnappen geht,ist jedem selbst überlasssen.

Maedi100
Maedi100 melden

zeig mir die Firma wo das in der Praxis auch gehandhabt wird. Ich hab 40 Jahre gearbeitet, davon ca 25 Jahre Bildschirmarbeit. Da wurde schon geschaut wenn man pinkeln ging. Da war nach meiner Arbeitslosenzeit die Firma wo ich als Verkäuferin war humaner. Da mußte ich Pause stempeln und Sache war erledigt.

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